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| | Um [[1900]] gehörte das Hotel Herrn 'Peter Peter', Bürgermeister und Hotelbesitzer in St. Wolfgang.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=dil&datum=19010901&query=%22Schafbergspitze%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], "Dillinger's Reisezeitung", Ausgabe vom 1. September 1901, Seite 2</ref> | | Um [[1900]] gehörte das Hotel Herrn 'Peter Peter', Bürgermeister und Hotelbesitzer in St. Wolfgang.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=dil&datum=19010901&query=%22Schafbergspitze%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], "Dillinger's Reisezeitung", Ausgabe vom 1. September 1901, Seite 2</ref> |
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| | + | [[Datei:Hotel Schafbergspitze nach dem Brand im September 1906.jpg|thumb|Links oben ein Bild vom Hotel Schafbergspitze nach dem Brand am 30. September 1906. Das kleine Bild im Bild zeigt das Hotel vor dem Brand.]] |
| | + | Am [[30. September]] [[1906]] brannte das Hotel bis auf die Grundmauern ab. Im Frühjahr [[1907]] wurde es wieder aufgebaut.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=skg&datum=19070623&seite=4&zoom=33 ANNO], "[[Salzkammergut-Zeitung]]", Ausgabe vom 23. Juni 1907, Seite 4, ein Bild vom Wiederaufbau</ref> Vom Brand berichtete das "Ischler Wochenblatt" in seiner Ausgabe vom [[17. Oktober]] 1906:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=isl&datum=19061007&query=%22Schafberghotel%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], "Ischler Wochenblatt", Ausgabe vom 7. Oktober 1906, Seite 4</ref> |
| | + | <blockquote>''[...] Das Schafberghotel, knapp unter der Spitze dieses 1780 m hohen, ob seiner malerischen Aussicht vielgerühmten Berges gelegen, war nach und nach aus einem kleinen Unterkunftshaus, das schon im Jahre [[1836]] erbaut worden war, aufgewachsen und unter dem vormaligen Besitzer Herrn Wolfgang Grömer soweit gediehen, daß es 26 komfortabel eingerichtete Fremdenzimmer nebst geräumigem Speisesalon aufzuweisen hatte. |
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| | + | ''Nachdem es durch 42 Jahre in seiner letztweilen Form, durch die [[Salzkammergut-Lokalbahn Aktiengesellschaft|Salzkammergut-Lokalbahn-Aktiengesellschaft]], die es nach Eröffnung der Zahnradbahn im Jahre [[1893]] erwarb, mit dem Zubau eines- großen Speisesaales und gedeckter Veranda vergrößert, bestanden hatte, war es Sonntag den 30. September, d. J. mit einem Male um dasselbe geschehen — es ist aus bisher unbekannter Ursache abgebrannt. Gerade als der letzte Zug für dieses Jahr (es war ungefähr ½6 Uhr abends) die Station Schafbergspitze verlassen hatte, sah man Flammen aus dem Hotel hervorbrechen, das bald auch einen großen Feuerherd bildete, so daß man nicht denken konnte, es werde hier noch etwas zu retten sein. Und doch! Das Hotel selbst war allerdings seinem Schicksal verfallen, es brannten sämtliche Geschoße mit aller Einrichtung bis auf den Grund zusammen, so daß nur die nackten Mauern übrig blieben - auf einer derselben sieht man noch ein Plakat der Pöstlingbergbahn völlig unversehrt kleben — während der neuere, von der Salzkammergut-Lokalbahn-Aktiengesellschaft an das ursprüngliche "Hotel Grömer" angebaute Trakt mit dsein Speisesaal und der Veranda wunderbarerweise erhalten blieb. Nach Ausbruch des Feuers ging nur ein schwacher Nordostwind, der dieses vom Zubau abwehrte, ferner lag Schnee auf den Dächern, dann hatte man auch während des bis in die Morgenstunden andauernden Brandes einige mit dem Zubau korrespondierende Öffnungen mit Ziegeln abgemauert und mit Blech verschlagen, und schließlich taten die Feuerwehren von St. Wolfgang und [[Freiwillige Feuerwehr St. Gilgen|St. Gilgen]] unter ihren Kommandanten Kölblinger und Binder, welche mit einer Spritze und anderen Löschgeräten in einem um 8 Uhr abgelassenen Sonderzug zur Brandstätte abgingen, vollstens ihre Schuldigkeit und mehr, indem diese Feuerwehrmänner aus Leibeskräften arbeiteten, um durch Einreißen des anliegenden Saaldaches und Entfernung alles Brennbaren ein Uebergreifen des verheerenden Elements auf den Zubau hintanzuhalten. Wasser war in einem Bassin vorhanden, wurde aber nach Möglichkeit gespart. |
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| | + | ''Montag mittags rauchte und glimmte es noch zwischen den Mauern des ausgebrannten Hotels, das jedenfalls gänzlich neu aufgeführt werden muß, während Speisesaal und Veranda auch weiterhin ihrer Bestimmung dienen dürften. Herr P. Peter und Gattin, Hotelbesitzer in St. Wolfgang und Pächter des Schafberghotels, waren nebst Dienstleuten, ferner Dr. Stocker von St. Wolfgang, [[Gendarmerie]] u. a. m. fast die ganze Nacht auf dem Brandplatze. Herr Direktor Konrad Prandl der Salzkammergut-Lokalbahn-Aktiengesellschaft kam mit mehreren Personen Montag um ½1 Uhr mittags mit einem Sonderzug zur Schafbergspitze, um Anordnungen an Ort und Stelle zu treffen. Der Brand selbst bot Sonntag abends vom Tal aus gesehen einen schaurig-schönen Anblick. Der Schafberg glich einem in Tätigkeit befindlichen Vulkan; ganz gerade stieg die Feuersäule empor, von einer darüber gelagerten Nebelschichte niedergehalten. Von [[St. Gilgen]] bis [[Strobl]] und noch weiter gegen [[Ischl]] zu war man auf den Beinen, um mit bewaffnetem und unbewaffnetem Auge das seltene Schauspiel eines brennenden Berghotels (das Schafberghotel ist eines der ältesten in Österreich) zu beobachten. Die Entstehungsursache ist nicht Kurzschluß, wie ursprünglich gemeldet wurde, sondern wahrscheinlich unvorsichtiges Gebaren beim Kehrausmachen des Hotels. Das Feuer ist in einem Hoteldachzimmer zum Ausbruch gekommen. Haus und Inventar waren entsprechend versichert und dürfte die kommende Saison bereits ein neues, den Anforderungen der Gegenwart entsprechendes Schafberghotel zu verzeichnen haben.</blockquote> |
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| | Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] wurden Kleinkinder, die Keuchhusten hatten, wenn möglich auf den Schafberg gefahren, um durch die Höhenluft Linderung ihrer Beschwerden zu finden. Damals war das Hotel in einem sehr ungepflegten Zustand und alle Beteiligten wurden nachts von Wanzen geplagt. Zeit und Umstände, die heute nur mehr schwer vorstellbar sind. | | Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] wurden Kleinkinder, die Keuchhusten hatten, wenn möglich auf den Schafberg gefahren, um durch die Höhenluft Linderung ihrer Beschwerden zu finden. Damals war das Hotel in einem sehr ungepflegten Zustand und alle Beteiligten wurden nachts von Wanzen geplagt. Zeit und Umstände, die heute nur mehr schwer vorstellbar sind. |
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| | :''5360 St. Wolfgang '' | | :''5360 St. Wolfgang '' |
| | :''Telefon: (0 61 38) 35 42'' | | :''Telefon: (0 61 38) 35 42'' |
| − | :''Telefax: (0 61 38) 35 42 DW 4 '' | + | :''[[Bürotechnik einst und jetzt#Telefax hält Einzug|Telefax]]: (0 61 38) 35 42 DW 4 '' |
| | :''E-Mail: harald_pasch@a1.net'' | | :''E-Mail: harald_pasch@a1.net'' |
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| | {{homepage|https://schafberg.net}} | | {{homepage|https://schafberg.net}} |
| | == Quellen == | | == Quellen == |
| − | * [[Salzburgwiki]]-Artikel | + | * [[SALZBURGWIKI]]-Artikel |
| | * Persönliche Erfahrung und mündliche Überlieferung von [[Benutzerin:Wald1siedel|Christina Nöbauer]] | | * Persönliche Erfahrung und mündliche Überlieferung von [[Benutzerin:Wald1siedel|Christina Nöbauer]] |
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