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[[File:Stolperstein für Ursula Sandgathe.JPG|thumb|Stolperstein für Ursula Sandgathe]]
'''Ursula Sandgathe''' (* [[14. Mai]] [[1940]] in Oberhausen im Rheinland; † [[5. März]] [[1943]] in der Heil- und Pflegeanstalt Am Spiegelgrund in Wien) war ein aus Salzburg deportiertes [[NS-Opfer|Opfer]] des [[Nationalsozialismus]].

== Leben ==
Ursula Sandgathe war das jüngste von vier Kindern von Georg Sandgathe und seiner Frau. Nach schweren Bombenangriffen im [[Zweiten Weltkrieg]] traten bei der Einjährigen erstmals Krämpfe auf, die im Laufe der Zeit stets stärker wurden und bisweilen zu Bewusstlosigkeit führten. Auf der Suche nach Schutz vor Fliegerangriffen kam die Familie nach [[Hallein]] und fand auf dem [[Dürrnberg (Hallein)|Dürrnberg]] Unterkunft. Trotzdem verschlechterte sich der Gesundheitszustand der kleinen Ursula, Anfälle und Panikattacken häuften sich und sie musste im [[Landeskrankenhaus Salzburg]] aufgenommen werden. Die Ärzte konstatierten 'Aussichtslosigkeit' und entließen sie nach einigen Wochen, woraufhin der Amtsarzt vom Gaufürsorgeamt mit der Begutachtung des Kleinkindes beauftragt wurde.

Dieser begründete seinen Antrag auf Unterbringung in einer Anstalt so:
<blockquote>''Das Kind ist durch seine Zustand für die Familie untragbar, die Eltern leben mit noch drei Kindern in Miete, da sie aus luftgefährdetem Gebiet kommen und nur 6 m² zur Verfügung haben.</blockquote>.

Am [[17. Dezember]] [[1942]] folgte Ursulas Überstellung vom [[Krankenhaus Hallein]] in die sogenannte Heil- und Pflegeanstalt [[Am Spiegelgrund]] in [[Wien]], die in Wirklichkeit eine Tötungsanstalt für die Zwecke national­sozialistischer Rassenhygiene darstellte. Am [[23. Dezember]] 1942 meldete der Anstaltsarzt [[Heinrich Gross]] das Kleinkind beim Reichsausschuss in Berlin zur Tötung an. Am [[17. Jänner]] [[1943]] erbat die Mutter brieflich Auskunft über den Gesundheitszustand ihrer Tochter. Am [[20. Februar]] 1943 wurde eine schmerzhafte Pneumoenzephalografie durchgeführt. Bei dieser teilweise tödlich verlaufenden Untersuchung wurde in die Hirnventrikel Luft gepumpt, um so Röntgenbilder erstellen zu können. Am [[1. März]] erging eine sogenannte Schlechtmeldung an die Eltern, die sofort antworteten, es "ist der Wunsch unser aller, das Kind Ursula wieder zurückzuholen". Am 5. März 1943 starb Ursula Sandgathe um die Mittagszeit.

In Erinnerung an Ursula Sandgathe wurde in Hallein in der Hellstraße vor der Busstation nahe der [[Freiwillige Feuerwehr Hallein|Freiwilligen Feuerwehr Hallein]]

== Quelle ==
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_im_Tennengau#Bad_D%C3%BCrrnberg de.wikipedia.org], Liste der Stolpersteine im Tennengau

{{SORTIERUNG:Sandgathe, Ursula}}
[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
[[Kategorie:Hallein]]
[[Kategorie:Zweiter Weltkrieg]]
[[Kategorie:NS-Opfer]]
[[Kategorie:Nationalsozialismus]]
[[Kategorie:Zuagroaste]]
[[Kategorie:Deutschland]]
[[Kategorie:Stolperstein]]
[[Kategorie:Geboren 1940]]
[[Kategorie:Gestorben 1943]]