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| | == Weihe und Patrozinium == | | == Weihe und Patrozinium == |
| − | Sie ist dem hl. Erhard <ref>{{wikipedia-de|Erhard_von_Regensburg}}, aufgerufen am 18. November 2015</ref> geweiht, dessen [[Patrozinium]] am [[8. Jänner]], Erhardi, ist. Die äußere Feier des Patronatsfestes findet allerdings am zweiten Sonntag im Juli statt.<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 147.</ref> | + | Sie ist dem hl. Erhard von Regensburg geweiht, dessen [[Patrozinium]] am [[8. Jänner]], Erhardi, ist. Die äußere Feier des Patronatsfestes findet allerdings am zweiten Sonntag im Juli statt.<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 147.</ref> |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| | Die [[Gotik|gotische]] Erhardkapelle wird erstmals [[1404]] erwähnt und gehörte ursprünglich zur [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]]. Das neben der Kapelle bestehende "Siechenhaus" für [[Pest]]- und Aussatzkranke wurde [[1310]] gestiftet. Die Kapelle war mit dem nächstliegenden Siechenhaus verbunden und so zuerst wesentlich als Spitalskirche genutzt. Sie war bereits dem hl. Erhard, dem wundertätigen Patron der Kranken und Armen, geweiht. Die Kapelle hatte sich zuletzt als recht baufällig (und zudem "unmodern") erwiesen. | | Die [[Gotik|gotische]] Erhardkapelle wird erstmals [[1404]] erwähnt und gehörte ursprünglich zur [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]]. Das neben der Kapelle bestehende "Siechenhaus" für [[Pest]]- und Aussatzkranke wurde [[1310]] gestiftet. Die Kapelle war mit dem nächstliegenden Siechenhaus verbunden und so zuerst wesentlich als Spitalskirche genutzt. Sie war bereits dem hl. Erhard, dem wundertätigen Patron der Kranken und Armen, geweiht. Die Kapelle hatte sich zuletzt als recht baufällig (und zudem "unmodern") erwiesen. |
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| − | [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] nahm der Abtei Nonnberg die Kirche weg und schenkte sie dem [[Salzburger Domkapitel|Domkapitel]], das hierher sein [[Domkapitelspital St. Johann in Stubenberg]] übersiedelte. | + | [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] nahm der Abtei Nonnberg die Kirche weg und schenkte sie dem [[Salzburger Domkapitel|Domkapitel]], das neben die Kirche sein [[Domkapitelspital St. Johann in Stubenberg]] übersiedelte. |
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| | Das Salzburger Domkapitel beschloss am [[5. April]] [[1684]] und am [[31. März]] [[1685]] einen kompletten Neubau der Kirche. Von 1685 bis [[1689]] wurde dann unter Fürsterzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] vom Architekten [[Giovanni Gaspare Zuccalli]] die heutige Erhardkirche im Stil des italienischen [[Barock]] erbaut. Der Beginn der Bauarbeiten erfolgte am [[2. April]] 1685 mit dem Abbruch der alten Kapelle. Allerdings erst nachdem zwölf Messen zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit und zum Trost der armen Seelen gefeiert worden waren. Am [[8. Oktober]] legte man dann in einer zinnernen Kapsel einen vergoldeten Gedächtnispfennig aus Silber unter den ersten Stein. Am [[3. Mai]] [[1689]] folgte die Weihe des barocken Gotteshauses durch Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]]. | | Das Salzburger Domkapitel beschloss am [[5. April]] [[1684]] und am [[31. März]] [[1685]] einen kompletten Neubau der Kirche. Von 1685 bis [[1689]] wurde dann unter Fürsterzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] vom Architekten [[Giovanni Gaspare Zuccalli]] die heutige Erhardkirche im Stil des italienischen [[Barock]] erbaut. Der Beginn der Bauarbeiten erfolgte am [[2. April]] 1685 mit dem Abbruch der alten Kapelle. Allerdings erst nachdem zwölf Messen zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit und zum Trost der armen Seelen gefeiert worden waren. Am [[8. Oktober]] legte man dann in einer zinnernen Kapsel einen vergoldeten Gedächtnispfennig aus Silber unter den ersten Stein. Am [[3. Mai]] [[1689]] folgte die Weihe des barocken Gotteshauses durch Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]]. |
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| | + | == Beschreibung == |
| | Die Kirche besitzt eine beherrschende Tambourkuppel mit aufgesetzter Laterne, die von schlankeren Seitentürmen mit einem der Kuppel ähnelnden Helmaufsatz umrahmt wird. Das Eingangsportal ist als Portikus mit einer zweiflügeligen Treppe gestaltet und gleicht so entfernt einem herrschaftlichen Renaissanceschloss. Die Erhardkirche wurde nicht zu ebener Erde, sondern höher liegend, nur über eine Treppenanlage erreichbar, errichtet, um die Kirche gegen die häufig auftretenden Überschwemmungen in Nonntal zu schützen. | | Die Kirche besitzt eine beherrschende Tambourkuppel mit aufgesetzter Laterne, die von schlankeren Seitentürmen mit einem der Kuppel ähnelnden Helmaufsatz umrahmt wird. Das Eingangsportal ist als Portikus mit einer zweiflügeligen Treppe gestaltet und gleicht so entfernt einem herrschaftlichen Renaissanceschloss. Die Erhardkirche wurde nicht zu ebener Erde, sondern höher liegend, nur über eine Treppenanlage erreichbar, errichtet, um die Kirche gegen die häufig auftretenden Überschwemmungen in Nonntal zu schützen. |
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| − | In der Kirche sind die prächtige hölzerne Kanzel von [[1727]] und vor allem der erst [[1692]] gestiftete Hochaltar mit seinen beiden Seitenaltären zu erwähnen. Das Altarbild stammt von [[Johann Michael Rottmayr]]. Es stellt die Taufe der Herzogstochter Odilie dar, die vom hl. Erhard um 680 von ihrer angeborenen Blindheit geheilt wurde. Bemerkenswert ist die größtenteils terrakottafärbigen Stuckverzierungen von [[Francesco Brenno]] (Carlo Antonio Brenno?) und [[Ottavio Mosto]]. | + | In der Kirche sind die prächtige hölzerne Kanzel von [[1727]] und vor allem der erst [[1692]] gestiftete Hochaltar mit seinen beiden Seitenaltären zu erwähnen. Das Altarbild stammt von [[Johann Michael Rottmayr]]. Es stellt die Taufe der Herzogstochter Odilie dar, die vom hl. Erhard um 680 von ihrer angeborenen Blindheit geheilt wurde. Bemerkenswert ist die größtenteils terrakottafärbigen Stuckverzierungen von [[Francesco Brenno]] (Carlo Antonio Brenno?) und [[Ottavio Mosto]]. Dabei erwähnenswert ein Engel mit weiblicher Brust in einer der terrakottafärbigen Stuckverzierungen am unteren Rand der Kuppel.<ref>{{Kulturklauberin|https://www.sn.at/kolumne/kulturklauberin/ein-engel-brust-geschlechterfrage-149390266}} "Ein Engel mit weiblicher Brust stellt die Geschlechterfrage"</ref> |
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| | Vor der Kirche am heutigen [[Erhardplatz]] befand sich der [[Friedhof Nonntal]]. | | Vor der Kirche am heutigen [[Erhardplatz]] befand sich der [[Friedhof Nonntal]]. |
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| | ==== Bildlink ==== | | ==== Bildlink ==== |
| | * [https://www.gettyimages.at/detail/nachrichtenfoto/circa-1750-church-at-salzburg-birthplace-of-mozart-set-nachrichtenfoto/51241408?adppopup=true www.gettyimages.at], eine Ansicht ca. 1750 | | * [https://www.gettyimages.at/detail/nachrichtenfoto/circa-1750-church-at-salzburg-birthplace-of-mozart-set-nachrichtenfoto/51241408?adppopup=true www.gettyimages.at], eine Ansicht ca. 1750 |
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| | + | == Literatur == |
| | + | * [[Hans Tietze]]: "Die kirchlichen Denkmale der Stadt Salzburg." 1912, Band 9 in [[Österreichische Kunsttopographie]] → [https://diglib.tugraz.at/download.php?id=53b6804d94f95&location=browse pdf] |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| − | * [http://www.salzburg-rundgang.at/sehenswuerdigkeiten/kirchen_und_kloester/erhardkirche Erhardkirche] | + | * Zwei Internetlinks aus der Stadtgemeinde und Fremdenverkehr, die bei einer Überprüfung am 1. Dezember 2023 nicht mehr abrufbar waren |
| − | * [https://www.stadt-salzburg.at/internet/politik_verwaltung/bauen/oeffentliche_gebaeude/kirchen_der_stadt_321815/st_erhard_pfarrkirch_321821/st_erhard_in_nonntal_340675.htm www.stadt-salzburg.at]
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| | * Krauss, Egon: ''Die italienische Orgel als Typus''. In: ''Die italienische Orgel bei St. Erhard im Nonntal''. Festschrift zur Orgelweihe, Salzburg 1984 o. S. | | * Krauss, Egon: ''Die italienische Orgel als Typus''. In: ''Die italienische Orgel bei St. Erhard im Nonntal''. Festschrift zur Orgelweihe, Salzburg 1984 o. S. |
| | * {{Quelle Heimatkunde Hübl}} | | * {{Quelle Heimatkunde Hübl}} |