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| | + | [[Datei:Screenshot_2023-11-03_at_08-23-05_pressetext_jedermann-kostueme-1.pdf.png|thumb|"[[Jedermann (Salzburg)|Jedermann]]" und seine Kostüme 2023. Kostümbildnerin Renate Martin und Jan Meier (Direktor Kostüm, Maske und Garderobe der Salzburger Festspiele) mit den Kostümen von Göttin, Buhlschaft und Tod.]] |
| | Die '''Salzburger Festspiele 2023''' waren die 102. [[Salzburger Festspiele|Festspiele]] und fanden vom [[20. Juli]] bis [[31. August]] [[2023]] statt. | | Die '''Salzburger Festspiele 2023''' waren die 102. [[Salzburger Festspiele|Festspiele]] und fanden vom [[20. Juli]] bis [[31. August]] [[2023]] statt. |
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| | == Über die Festspiele == | | == Über die Festspiele == |
| | + | === "Jedermann"-Splitter === |
| | ==== "Jedermann" bei Hitze ins Große Festspielhaus verlegen? ==== | | ==== "Jedermann" bei Hitze ins Große Festspielhaus verlegen? ==== |
| | [[Michael Maertens]] ist neuer "[[Jedermann (Salzburg)|Jedermann]]"-Darsteller. Noch vor Beginn der Festspiele plädierte Maertens für einen verpflichtenden Umzug ins [[Großes Festspielhaus|Große Festspielhaus]] der "Jedermann"-Aufführungen bei großer Hitze. Das Publikum solle im Vorfeld der 17-Uhr-Vorstellungen schriftlich darüber informiert werden. | | [[Michael Maertens]] ist neuer "[[Jedermann (Salzburg)|Jedermann]]"-Darsteller. Noch vor Beginn der Festspiele plädierte Maertens für einen verpflichtenden Umzug ins [[Großes Festspielhaus|Große Festspielhaus]] der "Jedermann"-Aufführungen bei großer Hitze. Das Publikum solle im Vorfeld der 17-Uhr-Vorstellungen schriftlich darüber informiert werden. |
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| | Hingegen wurde den Käufern von Viagogo fälschlich mitgeteilt, die Veranstaltungen seien bloß verschoben. Anders als jene, die direkt bei den Salzburger Festspielen Karten gekauft hatten, bekamen Viagogo-Kunden kein Geld zurück. Infolge vieler Beschwerden hätten die Salzburger Festspiele einige Käufer, die über Viagogo gekauft hatten, in ihrer Kundenkartei eruiert und diese Kontakte gesperrt, berichtet Lukas Crepaz. Aufgrund "verdächtiger E-Mail-Adressen" sei zu vermuten, dass dahinter illegale Zwischenhändler stünden, obwohl laut Geschäftsbedingungen kommerzieller Weiterverkauf verboten sei (außer für eigens vereinbarte Kooperationen). Die Konsequenz: Um solchen Schwarzhandel zu unterbinden, werden Tickets weiterhin personalisiert. | | Hingegen wurde den Käufern von Viagogo fälschlich mitgeteilt, die Veranstaltungen seien bloß verschoben. Anders als jene, die direkt bei den Salzburger Festspielen Karten gekauft hatten, bekamen Viagogo-Kunden kein Geld zurück. Infolge vieler Beschwerden hätten die Salzburger Festspiele einige Käufer, die über Viagogo gekauft hatten, in ihrer Kundenkartei eruiert und diese Kontakte gesperrt, berichtet Lukas Crepaz. Aufgrund "verdächtiger E-Mail-Adressen" sei zu vermuten, dass dahinter illegale Zwischenhändler stünden, obwohl laut Geschäftsbedingungen kommerzieller Weiterverkauf verboten sei (außer für eigens vereinbarte Kooperationen). Die Konsequenz: Um solchen Schwarzhandel zu unterbinden, werden Tickets weiterhin personalisiert. |
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| − | ==== Salzburger Festspiele 2023 mit Rekordauslastung ====
| + | === Salzburger Festspiele 2023 mit Rekordauslastung === |
| | Mit einer Auslastung von 98,5 Prozent war der Zuspruch noch nie so hoch wie in diesem Jahr. Die Zahl der Besucher blieb mit 241 000 gleich hoch wie im vorigen Jahr, sie kamen heuer aus 79 Ländern, davon 40 außerhalb Europas. Bei den Einnahmen blieb man heuer mit 29 Mio. Euro allerdings unter dem Vorjahresergebnis (31 Mio. Euro). | | Mit einer Auslastung von 98,5 Prozent war der Zuspruch noch nie so hoch wie in diesem Jahr. Die Zahl der Besucher blieb mit 241 000 gleich hoch wie im vorigen Jahr, sie kamen heuer aus 79 Ländern, davon 40 außerhalb Europas. Bei den Einnahmen blieb man heuer mit 29 Mio. Euro allerdings unter dem Vorjahresergebnis (31 Mio. Euro). |
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| | Groß war auch das mediale Interesse: 531 Journalisten aus 31 Ländern waren akkreditiert. Die Opern "[[Le nozze di Figaro]]", "Macbeth", "Falstaff" und "The Greek Passion" sowie neun Konzerte wurden audiovisuell für Fernsehen und Streaming aufgezeichnet. Dazu gab es 21 Hörfunkaufzeichnungen sowie zwei Hörspielfassungen.<ref>[https://www.sn.at/kultur/allgemein/salzburger-festspiele-2023-mit-rekordauslastung-144537667 www.sn.at], 31. August 2023</ref> | | Groß war auch das mediale Interesse: 531 Journalisten aus 31 Ländern waren akkreditiert. Die Opern "[[Le nozze di Figaro]]", "Macbeth", "Falstaff" und "The Greek Passion" sowie neun Konzerte wurden audiovisuell für Fernsehen und Streaming aufgezeichnet. Dazu gab es 21 Hörfunkaufzeichnungen sowie zwei Hörspielfassungen.<ref>[https://www.sn.at/kultur/allgemein/salzburger-festspiele-2023-mit-rekordauslastung-144537667 www.sn.at], 31. August 2023</ref> |
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| | + | === Freikarten 2023 === |
| | + | Das [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land Salzburg]] legte gegen Ende Oktober 2023 offen, wie viele Freikarten für die Salzburger Festspiele jährlich in Anspruch genommen werden. Eine schriftliche Anfrage der [[KPÖ Salzburg|KPÖ plus]] im [[Landtag]] förderte die Zahlen zutage. 2023 erhielt das Land demnach 923 Freikarten. In Anspruch genommen wurden davon 267 Karten. Die restlichen 656 Karten gingen an die Festspiele zurück und gelangten in den freien Verkauf. Im Sommer waren weder das [[Landesmedienzentrum]] noch das Büro des [[Landeshauptmann]]es bereit, sich zum Kartenkontingent zu äußern. |
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| | + | Für [[Kay-Michael Dankl]], Klubobmann der KPÖ plus, stellt der Umgang mit den Karten eine "versteckte Subventionierung" dar. Er kritisiert auch, dass das Land keine konkreten Kartenwerte nennt, und möchte den [[Landesrechnungshof]] mit einer Prüfung beauftragen. In der Anfragebeantwortung wird ein Geldwert zwischen 20 und 465 Euro pro Karte notiert. Was auffällig ist: Rund 80 Karten nützten die Regierungsmitglieder und die [[Landtagspräsidentin]]. 187 Karten wurden vergeben. Nützen dürfen diese jene, die aus beruflichen Gründen die Festspiele besuchen. Ein weiterer Grund ist ein begründetes Landesinteresse "für Gäste des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens". |
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| | + | Ein konkreter Wert liegt für die [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadt Salzburg]] vor, auch diese erhält jährlich rund 800 Freikarten - nützt aber nur rund sieben Prozent davon: "Die Stadt hat 2023 Karten im Wert von 138.302 Euro zurückgegeben", sagt Dankl und merkt an: "All das passiert ohne Beschlüsse und vorbei an allen Subventionsberichten." Von [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Harald Preuner]] ([[ÖVP]]) heißt es dazu: "Subventionen können ausschließlich Geldleistungen sein." Die Festspiele sagen dazu: "Die vertraglich vereinbarten Karten und etwaige Rückgaben werden im Spiel- und Haushaltsplan nicht berücksichtigt, da der potenzielle Wiederverkauf im untersten Promillebereich des Jahresbudgets liegt."<ref>[https://www.sn.at/salzburg/kultur/land-salzburg-freikarten-salzburger-festspiele-147933892 www.sn.at], 2. November 2023</ref> |
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