Kobler-Spängler-Briefe von 1875: Unterschied zwischen den Versionen

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Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  
Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  


Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref>
Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz II. Xaver Gregor Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref>


== 1875 ==
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==== Brief vom 11. September 1875 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler ====
==== Brief vom 11. September 1875 von Antonia Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler und Fanni Spängler ====
Brief von [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler und an Fanni Spängler [geb. Schlegel]:<br />
Brief von [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler und an Fanni Spängler [geb. Schlegel]:<br />
''Salzburg den 11. 9. [18]75: Meine lieben Theuren! Wie lange habe ich mir schon vorgenohmen, an Euch meine lieben zu schreiben, und erst heute komme ich zur Außführung. Ich bin viel auf dem Land bald bey Otto, und bald bei Duregger, dan wird im Hauß in allen 3 Stöcken die Wasserleitung gerichtet wo ich besonders im 3te Stock oft nachschauen muß in meinem Spiegel wurden auch 3 Löcher zu Röhrenlegung durchgebrochen, ist aber noch nicht ganz fertig, es giebt so manchmal unangenehme dabey. Daß Ihr glücklich und wohlbehalten in Wien angekommen seit freute mich sehr, und ich hoffe es wird alles in Ordnung bleiben. Fany [Fanni, schwanger] soll sich nun halten, und besonders nicht schwer heben, und nicht zu weite S[p]atziergänge machen. Besonders bevor die ersten 4 Monnathe vorbey sind muß man in jeder Beziehung vorsichtig sein. Seit 2 Tagen geht es der Natalie, auch beßer, sie hatt Fieber die Mama wird sehr viele angst außgestanden haben, das Kindlein soll sehr gedeien.
''Salzburg den 11. 9. [18]75: Meine lieben Theuren! Wie lange habe ich mir schon vorgenohmen, an Euch meine lieben zu schreiben, und erst heute komme ich zur Außführung. Ich bin viel auf dem Land bald bey Otto, und bald bei Duregger, dan wird im Hauß in allen 3 Stöcken die Wasserleitung gerichtet wo ich besonders im 3te Stock oft nachschauen muß in meinem Spiegel wurden auch 3 Löcher zu Röhrenlegung durchgebrochen, ist aber noch nicht ganz fertig, es giebt so manchmal unangenehme dabey. Daß Ihr glücklich und wohlbehalten in Wien angekommen seit freute mich sehr, und ich hoffe es wird alles in Ordnung bleiben. Fany [Fanni, schwanger] soll sich nun halten, und besonders nicht schwer heben, und nicht zu weite S[p]atziergänge machen. Besonders bevor die ersten 4 Monnathe vorbey sind muß man in jeder Beziehung vorsichtig sein. Seit 2 Tagen geht es der Natalie, auch beßer, sie hatt Fieber die Mama wird sehr viele angst außgestanden haben, das Kindlein soll sehr gedeien.
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==== Brief vom 28. Oktober 1875 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler ====
==== Brief vom 28. Oktober 1875 von Antonia Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler und Fanni Spängler ====
Brief von [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler und an Fanni Spängler [geb. Schlegel]:<br />
Brief von [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler und an Fanni Spängler [geb. Schlegel]:<br />
''Salzburg den 28. 10. [18]75: Meine innigst geliebten Theuren! Ich hatte schon große Sensucht, von Euch meine Lieben einen Brief zu erhalten, endlich am Montag wurde ich mit einer Nachricht erfreut, und zwar doppelt erfreulich, weil ich nun mit aller Ruhe hoffen kann das alles in Ordnung ist. Der liebe Gott gebe seinen Segen dazu: Ich bitte dich liebe Fany'' [Fanni] ''schon dich- thue ja nichts was dir oder den Kinde nachtheilig sein könte. Besonders Verkühlung ist sehr nachtheilig. Wie froh bin ich daß du so heiter und ruhig bist, so hoffe ich wird auch das Kindlein so werden. Ich habe bey durchlesung des Briefes Freudenthränen vergoßen. Ich freue mich schon auf das Kindlein. Gott gebe das alles glücklich Vorübergehe, dan werden wir uns alle im stillen glück erfreuen. Liebe Fany ich bin schon immer jetzt schon sehr bedacht auf meine Gesundheit und auch auf meine Kraft das ich Euch meine wenige Kraft bieten kann, auch giebt der liebe Gott für besodere Fälle auch besondere Kräfte, und dieß erwarte auch ich, von den lieben Gott. Wie schnel wird die Zeit, diese wenigen Monathe vorüber gehen bis ich fort reise von hier. Ich habe nun schon angefangen an den Leibchen zu strücken und Morgen nehmen wir bey der Großmutter eine restliche durchschau der Kindswasch vor, auch nehme ich Wückelthuch und unterlegel mit und so binderln wie man sie nimmt wen man die Kinder nicht mehr fatscht'' [eng in Binden wickelt] ''einen Flanel nehme ich auch mit damit sie alles sieht, wie es die Louise hat. Du hast gewiß schon manches gemacht, für das Kindlein. 1 Barterl werde ich auch minehmen.  
''Salzburg den 28. 10. [18]75: Meine innigst geliebten Theuren! Ich hatte schon große Sensucht, von Euch meine Lieben einen Brief zu erhalten, endlich am Montag wurde ich mit einer Nachricht erfreut, und zwar doppelt erfreulich, weil ich nun mit aller Ruhe hoffen kann das alles in Ordnung ist. Der liebe Gott gebe seinen Segen dazu: Ich bitte dich liebe Fany'' [Fanni] ''schon dich- thue ja nichts was dir oder den Kinde nachtheilig sein könte. Besonders Verkühlung ist sehr nachtheilig. Wie froh bin ich daß du so heiter und ruhig bist, so hoffe ich wird auch das Kindlein so werden. Ich habe bey durchlesung des Briefes Freudenthränen vergoßen. Ich freue mich schon auf das Kindlein. Gott gebe das alles glücklich Vorübergehe, dan werden wir uns alle im stillen glück erfreuen. Liebe Fany ich bin schon immer jetzt schon sehr bedacht auf meine Gesundheit und auch auf meine Kraft das ich Euch meine wenige Kraft bieten kann, auch giebt der liebe Gott für besodere Fälle auch besondere Kräfte, und dieß erwarte auch ich, von den lieben Gott. Wie schnel wird die Zeit, diese wenigen Monathe vorüber gehen bis ich fort reise von hier. Ich habe nun schon angefangen an den Leibchen zu strücken und Morgen nehmen wir bey der Großmutter eine restliche durchschau der Kindswasch vor, auch nehme ich Wückelthuch und unterlegel mit und so binderln wie man sie nimmt wen man die Kinder nicht mehr fatscht'' [eng in Binden wickelt] ''einen Flanel nehme ich auch mit damit sie alles sieht, wie es die Louise hat. Du hast gewiß schon manches gemacht, für das Kindlein. 1 Barterl werde ich auch minehmen.  
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==== Brief vom 25. November 1875 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler ====
==== Brief vom 25. November 1875 von Antonia Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler und Fanni Spängler ====
Brief von [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler und an Fanni Spängler [geb. Schlegel]:<br />
Brief von [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler und an Fanni Spängler [geb. Schlegel]:<br />
''Salzburg den 25. 11. [18]75: [verkehrt:] Die Länge dieses Schiiel [?] ist die größe von den Unterlegeln ganz 4 XXX zum Saume ist schon zugegeben. - Meine lieben- lieben Theuren. Hiemit meinen herzlichen innigen Dank für Eure Wünsche zum 49te Hochzeitstag, es ist mir dieser Tag immer ein Tag, selliger Erinnerung- und Schmerz- das mir mein Glück so bald zu Grabe ging. Der Vater war mehr als gut wir lebten sehr glücklich. Nun seit Er tod ist suche ich mein Glück, im Glücke meiner Kinder. Nun will ich genau der lieben Fany [Fanni] ihre Fragen beantworten wegen der Kindswasch'' [Kinderwäsche, Ausstattung]''. Im ganzen bin ich zufrieden was ich für dich liebe Fany errungen habe. Am schlechtesten geht es mit den Wückeltüchern und Unterlegeln es sind in der Zahl 26 Wückeltücher aber nur 9 haben die größe von der Louise ihren Muster. die anderen sind halt viel kürzer. Unterlegeln sind es 42 Stück, 13 davon sehr schon [schön] und groß, die U[e]brigen, kann ich mir nicht recht denken das wir sie brauchen können. Die Großmutter giebt mir aber immer zur Antwort, sind 2 Kinder damit groß geworden so wird diß Kind sie auch brauchen können. Ich mag sie nicht böse machen, sonst kauft sie uns die anderen Sachen zuletzt auch nicht mehr. Wir haben 4 ganz neue gute Flanell gekauft 5 [[Alte Maße und Gewichte im Fürsterzbistum Salzburg|Ell]] für 4 Stück die El 1 f 20 X'' [Gulden/Kreuzer] ''dan recht sehr liebe Bens [?] auf deckerl und duchentziehen [Bettüberzüge] fürs Bett. dan 4 Kapenleintücheln, und ich hoffe auch noch 4 Unterleinlicherln [?] dan 3 Einbinddeckerln. eines davon ist sehr lieb dan bekömmst du 4 recht gute Leibchen neue 2 kleine Leibchen. Dan einen Pfleiben-Sack als Unterbett im Korb, und darauf eine Matratze von Seegraß. und Polster. Vieleicht köntest du einmal ein Maß von der größe des Korbes, in Lange und Breite schücken. damit alles ordentlich wird. - Fatschpolster Kappe und Zieher bekömmst du auch hinunter. Wegen den Unterlegeln glaube ich wir sollen gar nichts sagen ich schücke die an den Santemetter ''[Zentimeter]'' abgemeßen ganz genau die länge sie sind 4 ekicht. Ich bitte dich in der 27 X Handlung auf meine Rechnung 12 Ell Leinwand zu kaufen und zu machen, und es von mir als Christgeschenk zu nehmen, für dich und statt Franz etwas zu schücken kaufe dir Gutaberger Einlage für das Bett. Sie kostet auch ein paar gulden. Den sie bedeckt beynahe den ganzen Korb. So wären gute und Sachen gedeckt. Sage aber der großmutter nichts davon, weil sie es nicht zugiebt das die Unterlegeln nichts taugen. 2 Einlagen für die Einbinddeckerln gab mir die Louise für dich die nehme ich dan mit, oder wen ich mit deinen Leibchen fertig werde, schücke ich alles zusammen auf Weihnachten mit der Großmutter ihren Sachen. Otto ist Heute und Gestern in Achthall [Achtal] er läßt dich recht herzlich grüßen. Wie froh bin ich immer zu hören das es dir liebe Fany recht gut geht, so wird gewiß auch dan alles recht gut und glücklich vorüber gehen. Gieb auch vor Verkühlung recht obacht. Lebe recht wohl es küßt und Segnet Euch alle 3 Euere Euch von ganzen Herzen liebende Mutter Spángler.''
''Salzburg den 25. 11. [18]75: [verkehrt:] Die Länge dieses Schiiel [?] ist die größe von den Unterlegeln ganz 4 XXX zum Saume ist schon zugegeben. - Meine lieben- lieben Theuren. Hiemit meinen herzlichen innigen Dank für Eure Wünsche zum 49te Hochzeitstag, es ist mir dieser Tag immer ein Tag, selliger Erinnerung- und Schmerz- das mir mein Glück so bald zu Grabe ging. Der Vater war mehr als gut wir lebten sehr glücklich. Nun seit Er tod ist suche ich mein Glück, im Glücke meiner Kinder. Nun will ich genau der lieben Fany [Fanni] ihre Fragen beantworten wegen der Kindswasch'' [Kinderwäsche, Ausstattung]''. Im ganzen bin ich zufrieden was ich für dich liebe Fany errungen habe. Am schlechtesten geht es mit den Wückeltüchern und Unterlegeln es sind in der Zahl 26 Wückeltücher aber nur 9 haben die größe von der Louise ihren Muster. die anderen sind halt viel kürzer. Unterlegeln sind es 42 Stück, 13 davon sehr schon [schön] und groß, die U[e]brigen, kann ich mir nicht recht denken das wir sie brauchen können. Die Großmutter giebt mir aber immer zur Antwort, sind 2 Kinder damit groß geworden so wird diß Kind sie auch brauchen können. Ich mag sie nicht böse machen, sonst kauft sie uns die anderen Sachen zuletzt auch nicht mehr. Wir haben 4 ganz neue gute Flanell gekauft 5 [[Alte Maße und Gewichte im Fürsterzbistum Salzburg|Ell]] für 4 Stück die El 1 f 20 X'' [Gulden/Kreuzer] ''dan recht sehr liebe Bens [?] auf deckerl und duchentziehen [Bettüberzüge] fürs Bett. dan 4 Kapenleintücheln, und ich hoffe auch noch 4 Unterleinlicherln [?] dan 3 Einbinddeckerln. eines davon ist sehr lieb dan bekömmst du 4 recht gute Leibchen neue 2 kleine Leibchen. Dan einen Pfleiben-Sack als Unterbett im Korb, und darauf eine Matratze von Seegraß. und Polster. Vieleicht köntest du einmal ein Maß von der größe des Korbes, in Lange und Breite schücken. damit alles ordentlich wird. - Fatschpolster Kappe und Zieher bekömmst du auch hinunter. Wegen den Unterlegeln glaube ich wir sollen gar nichts sagen ich schücke die an den Santemetter ''[Zentimeter]'' abgemeßen ganz genau die länge sie sind 4 ekicht. Ich bitte dich in der 27 X Handlung auf meine Rechnung 12 Ell Leinwand zu kaufen und zu machen, und es von mir als Christgeschenk zu nehmen, für dich und statt Franz etwas zu schücken kaufe dir Gutaberger Einlage für das Bett. Sie kostet auch ein paar gulden. Den sie bedeckt beynahe den ganzen Korb. So wären gute und Sachen gedeckt. Sage aber der großmutter nichts davon, weil sie es nicht zugiebt das die Unterlegeln nichts taugen. 2 Einlagen für die Einbinddeckerln gab mir die Louise für dich die nehme ich dan mit, oder wen ich mit deinen Leibchen fertig werde, schücke ich alles zusammen auf Weihnachten mit der Großmutter ihren Sachen. Otto ist Heute und Gestern in Achthall [Achtal] er läßt dich recht herzlich grüßen. Wie froh bin ich immer zu hören das es dir liebe Fany recht gut geht, so wird gewiß auch dan alles recht gut und glücklich vorüber gehen. Gieb auch vor Verkühlung recht obacht. Lebe recht wohl es küßt und Segnet Euch alle 3 Euere Euch von ganzen Herzen liebende Mutter Spángler.''


"Hochzeitstag": Vermählung mit Franz Xaver Spängler am [[14. November]] [[1826]]; Ehemann gestorben am 1. März 1852.
"Hochzeitstag": Vermählung mit Franz II. Xaver Gregor Spängler am [[14. November]] [[1826]]; Ehemann gestorben am 1. März 1852.
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==== Brief vom 21. Dezember 1875 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler ====
==== Brief vom 21. Dezember 1875 von Antonia Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler und Fanni Spängler ====
Brief von [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler und an Fanni Spängler [geb. Schlegel]:<br />
Brief von [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler und an Fanni Spängler [geb. Schlegel]:<br />
''Salzburg den 21. 12. [18]75:'' [verkehrt:] ''Otto Louise grüßen Euch recht herzlich, mit Kindern'' [und] ''Bekannten. - Meine lieben Theuren! Soeben erhielt ich Euren lieben theuren Brief und danke schon im vorauß für das zu bekommende Weihnachts geschenk, der liebe Gott wolle mich gesund erhalten, das ich Euch an den so wichtigen Zeitpunkt, einige Hülfe leisten kann. Auch danke ich recht schön, das Ihr beschloßen, Ihr wollet mir in Zukunft jeden 11 fl Papier'' [11 Gulden Papiergeld] ''geben statt 10 f'' [Gulden; monatliche Unterstützung beider Brüder]'', was mir bleibt gehört ja wieder Euch meine lieben Kinder. Die Louise sagte neulich das eine Gutenberger einlage über 2 f [Gulden] kostet, so dachte ich mir damit Ihr das Geld nicht dafür auß geben dürftet wil ich sie als Christgeschenk kauffen lassen nun hat sie aber eine schöne große gekauft und hat be[i]weiten nicht das gekostet. Nun glaube ich Franz soll sich lieber in meine Rech[n]ung beziehend 6 Hals krägen'' [Hemdkragen] ''kaufen wie er sie brauchen kann, oder was er sonst brauchen kann, es würde mich freuen, wen du etwas kaufen würdest was dir eine Freude oder Nutzen bringt. - Heute haben wir bey der Großmutter die Sachen gepackt für den kleinen Ankömling auch von mir sind 2 Heubchen und 2 Leibchen dabey du wirst sie schon kenen, sie sind, in den Ermeln roth und Blau eingezogen, und des gleichen auch die Hëubchen. Eines hoffe ich noch zu strücken welches ich selbst mitbringe. Die Großmutter hat sich schrecklich viel Mühe gegeben, bis sie alles so beysammen hatte,- und endlich eingepackt wurde; Ich hoffe es wird alles glücklich dort angelangen, sehet ja die Kiste so bald als moglich auf zu machen damit die Würste nicht verderben, welche die Großmutter / wie ich hoffe noch zur rechten Zeit bekommen hat / ''[und]'' bey packt. Die Großmutter hat sich viel kosten lassen, bis sie alles hat machen lassen. Gieb ja beim Außpacken obacht es liegt in den Bettdeckeln Ein Dutten''<ref>Vielleicht Retorte, Destillierkolben? "Dutte" ist aber auch die weibliche Brust. Ist es eine Art Schnuller?</ref> '', und die Schale zum Dizerlwasser'' [vielleicht destilliertes Wasser?] ''samt deckel, das es nicht zerbrechen wird, auch glaubt die Großmutter du solst die Sachen wen du sie angesehen, wieder in die Kiste geben bis man sie braucht damit du nicht schon jetzt den Platz verlierst. Die Kiste solst du ja nicht zusammen schlagen, da sie eine so gute ist. 22 h [Uhr] Die Großmutter war soeben bey mir und sagte das sie die Kiste soeben aufgegeben hat, und man sagte ihr das selbe Morgen schon nach Wien kömt, ich schücke daher heute noch diesen Brief ab dammit Ihr von der Kiste in Kentniß seid die Würste hat sie auch noch bekommen für die Kiste dürft Ihr nicht mehr zahlen, den die Großmutter hat die Fracht schon hier bezahlt. Sie läßt Euch recht herzlich grüßen- gute Feyertage und guten Apetit zu den Würsten wünschen.  
''Salzburg den 21. 12. [18]75:'' [verkehrt:] ''Otto Louise grüßen Euch recht herzlich, mit Kindern'' [und] ''Bekannten. - Meine lieben Theuren! Soeben erhielt ich Euren lieben theuren Brief und danke schon im vorauß für das zu bekommende Weihnachts geschenk, der liebe Gott wolle mich gesund erhalten, das ich Euch an den so wichtigen Zeitpunkt, einige Hülfe leisten kann. Auch danke ich recht schön, das Ihr beschloßen, Ihr wollet mir in Zukunft jeden 11 fl Papier'' [11 Gulden Papiergeld] ''geben statt 10 f'' [Gulden; monatliche Unterstützung beider Brüder]'', was mir bleibt gehört ja wieder Euch meine lieben Kinder. Die Louise sagte neulich das eine Gutenberger einlage über 2 f [Gulden] kostet, so dachte ich mir damit Ihr das Geld nicht dafür auß geben dürftet wil ich sie als Christgeschenk kauffen lassen nun hat sie aber eine schöne große gekauft und hat be[i]weiten nicht das gekostet. Nun glaube ich Franz soll sich lieber in meine Rech[n]ung beziehend 6 Hals krägen'' [Hemdkragen] ''kaufen wie er sie brauchen kann, oder was er sonst brauchen kann, es würde mich freuen, wen du etwas kaufen würdest was dir eine Freude oder Nutzen bringt. - Heute haben wir bey der Großmutter die Sachen gepackt für den kleinen Ankömling auch von mir sind 2 Heubchen und 2 Leibchen dabey du wirst sie schon kenen, sie sind, in den Ermeln roth und Blau eingezogen, und des gleichen auch die Hëubchen. Eines hoffe ich noch zu strücken welches ich selbst mitbringe. Die Großmutter hat sich schrecklich viel Mühe gegeben, bis sie alles so beysammen hatte,- und endlich eingepackt wurde; Ich hoffe es wird alles glücklich dort angelangen, sehet ja die Kiste so bald als moglich auf zu machen damit die Würste nicht verderben, welche die Großmutter / wie ich hoffe noch zur rechten Zeit bekommen hat / ''[und]'' bey packt. Die Großmutter hat sich viel kosten lassen, bis sie alles hat machen lassen. Gieb ja beim Außpacken obacht es liegt in den Bettdeckeln Ein Dutten''<ref>Vielleicht Retorte, Destillierkolben? "Dutte" ist aber auch die weibliche Brust. Ist es eine Art Schnuller?</ref> '', und die Schale zum Dizerlwasser'' [vielleicht destilliertes Wasser?] ''samt deckel, das es nicht zerbrechen wird, auch glaubt die Großmutter du solst die Sachen wen du sie angesehen, wieder in die Kiste geben bis man sie braucht damit du nicht schon jetzt den Platz verlierst. Die Kiste solst du ja nicht zusammen schlagen, da sie eine so gute ist. 22 h [Uhr] Die Großmutter war soeben bey mir und sagte das sie die Kiste soeben aufgegeben hat, und man sagte ihr das selbe Morgen schon nach Wien kömt, ich schücke daher heute noch diesen Brief ab dammit Ihr von der Kiste in Kentniß seid die Würste hat sie auch noch bekommen für die Kiste dürft Ihr nicht mehr zahlen, den die Großmutter hat die Fracht schon hier bezahlt. Sie läßt Euch recht herzlich grüßen- gute Feyertage und guten Apetit zu den Würsten wünschen.