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| | == Leben == | | == Leben == |
| | === Ausbildung und beruflicher Aufstieg === | | === Ausbildung und beruflicher Aufstieg === |
| − | Aloys Spängler besuchte vier Klassen Gymnasium, absolvierte eine Lehre und wurde danach gemeinsam mit seinem Bruder [[Josef Johann Spängler|Josef]] Kompagnon der"Franz Spangler´schen Tuch- und Seidenhandlung“ am [[Alter Markt|Alten Markt]] 2 (Gehmacherhaus). | + | Aloys Spängler besuchte vier Klassen Gymnasium, absolvierte eine Lehre und wurde danach gemeinsam mit seinem Bruder [[Josef Johann Spängler|Josef]] Kompagnon der"Franz Spangler´schen Tuch- und Seidenhandlung" am [[Alter Markt|Alten Markt]] 2 (Gehmacherhaus). |
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| − | Er erhielt nach einem langen Erbstreit (sein Vater war 1819 gestorben) [[1823]] nach gerichtlicher Schätzung sowohl das Haus am Marktplatz (für 8750 [[Gulden|fl]]) wie auch die "[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Tuch- und Seidengerechtsame]]“ (für 600 fl) als Eigentum zugewiesen, und führte das Tuchgeschäft weiter. | + | Er erhielt nach einem langen Erbstreit (sein Vater war 1819 gestorben) [[1823]] nach gerichtlicher Schätzung sowohl das Haus am Marktplatz (für 8750 [[Gulden|fl]]) wie auch die "[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Tuch- und Seidengerechtsame]]" (für 600 fl) als Eigentum zugewiesen, und führte das Tuchgeschäft weiter. |
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| − | [[1832]] übernahm er die Vertretung der "Kommandite der Ersten Österreichischen Sparkasse in Wien“ mit der angeschlossenen "Allgemeinen Versorgungsanstalt“. Seit diesem Jahr hatte er zudem auch die Position eines Obervorstehers des Salzburger Handelsstandes inne. Diese Funktion übergab er am [[2. Jänner]] [[1856]] an seinen Sohn, dem Kaiserlichen Rat [[Carl I. Spängler|Carl I.]]. | + | [[1832]] übernahm er die Vertretung der "Kommandite der Ersten Österreichischen Sparkasse in Wien" mit der angeschlossenen "Allgemeinen Versorgungsanstalt". Seit diesem Jahr hatte er zudem auch die Position eines Obervorstehers des Salzburger Handelsstandes inne. Diese Funktion übergab er am [[2. Jänner]] [[1856]] an seinen Sohn, dem Kaiserlichen Rat [[Carl I. Spängler|Carl I.]]. |
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| | Im Revolutionsjahr [[1848]] kam er als Oberleutnant in die 4. Kompanie der Nationalgarde und wurde bald darauf Mitglied des Ehrengerichts dieser Körperschaft. | | Im Revolutionsjahr [[1848]] kam er als Oberleutnant in die 4. Kompanie der Nationalgarde und wurde bald darauf Mitglied des Ehrengerichts dieser Körperschaft. |
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| | === Politische Laufbahn === | | === Politische Laufbahn === |
| − | Von seinen Zeitgenossen als tief religiös und konservativ beschrieben, stand er politisch auf der Seite der Liberalen und wurde als deren Vertreter [[1850]] in den [[Salzburger Gemeinderat]] berufen. Sein "Tuchgewölbe“ wurde zu einem bekannten Zusammenkunftsort dieser politischen Gruppierung. | + | Von seinen Zeitgenossen als tief religiös und konservativ beschrieben, stand er politisch auf der Seite der Liberalen und wurde als deren Vertreter [[1850]] in den [[Salzburger Gemeinderat]] berufen. Sein "Tuchgewölbe" wurde zu einem bekannten Zusammenkunftsort dieser politischen Gruppierung. |
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| − | Obwohl sich in der Salzburger Gemeindepolitik nach der 1848er-Revolution ein neoabsolutistisches System etabliert hatte, wurde er trotz seiner liberalen Gesinnung nach dem frühzeitigen Ableben von [[Franz Xaver Späth]], [[1854]] "durch behördliche Ernennung“ in das Amt des [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Salzburger Bürgermeisters]] berufen. | + | Obwohl sich in der Salzburger Gemeindepolitik nach der 1848er-Revolution ein neoabsolutistisches System etabliert hatte, wurde er trotz seiner liberalen Gesinnung nach dem frühzeitigen Ableben von [[Franz Xaver Späth]], [[1854]] "durch behördliche Ernennung" in das Amt des [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Salzburger Bürgermeisters]] berufen. |
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| − | Als Bürgermeister bemühte er sich, die Gegensätze des politischen Systems und des Verfassungslebens auszugleichen. In seine Amtszeit fielen u. a. die Erlassung des die Gemeindeautonomie regelnden "Oktoberdiploms“, die Errichtung der Realschule, die Gründung der Allgemeinen Sparkasse, die Regulierung des [[Gersbach]]es und der weitere Ausbau der Kanalisation. Ein besonderes Anliegen während seiner bis [[1861]] dauernden Funktion als Salzburger Bürgermeister war ihm die Regulierung des [[Franz-Josef-Kai]]s, wofür er sich mit aller politischer Vehemenz auch einsetzte. | + | Als Bürgermeister bemühte er sich, die Gegensätze des politischen Systems und des Verfassungslebens auszugleichen. In seine Amtszeit fielen u. a. die Erlassung des die Gemeindeautonomie regelnden "Oktoberdiploms", die Errichtung der Realschule, die Gründung der Allgemeinen Sparkasse, die Regulierung des [[Gersbach]]es und der weitere Ausbau der Kanalisation. Ein besonderes Anliegen während seiner bis [[1861]] dauernden Funktion als Salzburger Bürgermeister war ihm die Regulierung des [[Franz-Josef-Kai]]s, wofür er sich mit aller politischer Vehemenz auch einsetzte. |
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| | === Gesellschaftliche Tätigkeiten === | | === Gesellschaftliche Tätigkeiten === |