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==Geschichte==
 
==Geschichte==
 
Als [[Moor]] diente es dem Menschen zum [[Torfstechen|Torfabbau]] vor allem in der Phase der Industrialisierung im [[19. Jahrhundert]].
 
Als [[Moor]] diente es dem Menschen zum [[Torfstechen|Torfabbau]] vor allem in der Phase der Industrialisierung im [[19. Jahrhundert]].
Zunächst, bis ins [[18. Jahrhundert]], blieb das Weidmoos, wie auch die anderen großen Moorkomplexe des [[Salzburger Alpenvorland]]es, eine fast unzugängliche Landschaft. Erst im Jahr [[1700]] verordnetet [[Erzbischof#Fürsterzbischöfe|Fürsterzbischof]] [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]], dass ''„… alle Möser in den Gerichtsbezirken vor dem Gebirge beschrieben und urbar zu machen seien. …“''.  Die Urbarmachung zog sich bis ins Jahr [[1790]], als man mit der Kultivierung des Weidmooses begann.
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Zunächst, bis ins [[18. Jahrhundert]], blieb das Weidmoos, wie auch die anderen großen Moorkomplexe des [[Salzburger Alpenvorland]]es, eine fast unzugängliche Landschaft. Erst im Jahr [[1700]] verordnetet [[Erzbischof#Fürsterzbischöfe|Fürsterzbischof]] [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]], dass ''"… alle Möser in den Gerichtsbezirken vor dem Gebirge beschrieben und urbar zu machen seien. …“''.  Die Urbarmachung zog sich bis ins Jahr [[1790]], als man mit der Kultivierung des Weidmooses begann.
    
Die Industrialisierung benötige viel Brennmaterial und durch die damit einhergehende Verknappung von Brennmaterial begann man, den Rohstoff Torf zu entdecken. Im Raum [[Bürmoos]] entwickelte sich gerade die [[Glasindustrie]], deren Rohmaterialen direkt vor der Haustür lagen: Kalk vom [[Haunsberg]], Sand aus der [[Salzach]] und eben Torf aus dem Moor. [[Moriz Gelinek]] baute 1920/21 seine erste Lokomotive, die im Torfwerk Lamprechtshausen-Bürmoos zum Einsatz kam.
 
Die Industrialisierung benötige viel Brennmaterial und durch die damit einhergehende Verknappung von Brennmaterial begann man, den Rohstoff Torf zu entdecken. Im Raum [[Bürmoos]] entwickelte sich gerade die [[Glasindustrie]], deren Rohmaterialen direkt vor der Haustür lagen: Kalk vom [[Haunsberg]], Sand aus der [[Salzach]] und eben Torf aus dem Moor. [[Moriz Gelinek]] baute 1920/21 seine erste Lokomotive, die im Torfwerk Lamprechtshausen-Bürmoos zum Einsatz kam.
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Nach dem Zusammenbruch der Glasindustrie [[1930]] wurde auch der Torfabbau eingestellt. Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] begann die „Österreichische Stickstoffwerke AG Linz“ [[1947]] erneut mit dem Abbau von Torf, diesmal für die großindustriellen Erzeugung von Brenntorf und Torfmull. Das Hochmoor wurde nun endgültig zu einer Industrielandschaft. Mitte der [[1950er]] Jahre wurde der Torf nur noch zur Herstellung von Blumenerde (Gartentorf) gewonnen. [[2000]] neigten sich die Torfvorräte dem Ende zu, man stellte den Abbau ein und nur noch ein kleiner Rest des Hochmoores blieb bis heute erhalten.
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Nach dem Zusammenbruch der Glasindustrie [[1930]] wurde auch der Torfabbau eingestellt. Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] begann die "Österreichische Stickstoffwerke AG Linz“ [[1947]] erneut mit dem Abbau von Torf, diesmal für die großindustriellen Erzeugung von Brenntorf und Torfmull. Das Hochmoor wurde nun endgültig zu einer Industrielandschaft. Mitte der [[1950er]] Jahre wurde der Torf nur noch zur Herstellung von Blumenerde (Gartentorf) gewonnen. [[2000]] neigten sich die Torfvorräte dem Ende zu, man stellte den Abbau ein und nur noch ein kleiner Rest des Hochmoores blieb bis heute erhalten.
    
Mit dem Ende des Torfabbaues konnte ein neuer faszinierender Lebensraum entstehen - ein Rückzugsgebiet für viele europaweit selten gewordene Vogelarten. Allerdings wurde der "Rückbau" durch den Menschen mitbestimmt. Hätte man das ausgebeutete Hochmoor sich selbst überlassen, hätte es sich sonst sehr schnell zu einer einförmigen Waldlandschaft entwickelt. Die Vogelarten hätten so ihr neues Zuhause schnell wieder verloren.
 
Mit dem Ende des Torfabbaues konnte ein neuer faszinierender Lebensraum entstehen - ein Rückzugsgebiet für viele europaweit selten gewordene Vogelarten. Allerdings wurde der "Rückbau" durch den Menschen mitbestimmt. Hätte man das ausgebeutete Hochmoor sich selbst überlassen, hätte es sich sonst sehr schnell zu einer einförmigen Waldlandschaft entwickelt. Die Vogelarten hätten so ihr neues Zuhause schnell wieder verloren.
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2001 wurde es aufgrund der hier vorkommenden Vogelarten als „EU-[[Vogelschutzgebiet]]“ (Richtlinie 79/409/EWG) ausgewiesen und damit in das europäische [[Natura 2000|NATURA 2000]]“-Netzwerk aufgenommen.
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2001 wurde es aufgrund der hier vorkommenden Vogelarten als "EU-[[Vogelschutzgebiet]]“ (Richtlinie 79/409/EWG) ausgewiesen und damit in das europäische "[[Natura 2000|NATURA 2000]]“-Netzwerk aufgenommen.
    
Das LIFE-Projekt "Habitatmanagement im Vogelschutzgebiet Weidmoos" hatte in den Jahren 2003 bis 2007 durch aktives Biotopmanagement dazu beigetragen, den Lebensraum dieser bedrohten Vogelarten auf Dauer zu erhalten und für Besucher erlebbar zu machen.
 
Das LIFE-Projekt "Habitatmanagement im Vogelschutzgebiet Weidmoos" hatte in den Jahren 2003 bis 2007 durch aktives Biotopmanagement dazu beigetragen, den Lebensraum dieser bedrohten Vogelarten auf Dauer zu erhalten und für Besucher erlebbar zu machen.