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| − | Als im Jahr [[1922]] eine Gruppe österreichischer Experten Pläne für eine Straße über das [[Hochtor]] vorlegte, ernteten sie vorwiegend Spott. In einer Zeit, in der es in [[Österreich]], [[Deutschland]] und [[Italien]] erst 154 000 Pkw, 92 000 Motorräder und knapp 2 000 km asphaltierte Überlandstraßen gab, durchlitt Österreich die wirtschaftlich katastrophalen Folgen der Niederlage im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]]. | + | Als im Jahr [[1922]] eine Gruppe österreichischer Experten Pläne für eine Straße über das [[Hochtor]] vorlegte, ernteten sie vorwiegend Spott. In einer Zeit, in der es in [[Österreich]], [[Deutschland]] und [[Italien]] erst 154 000 Pkw, 92 000 Motorräder und knapp 2 000 km asphaltierte Überlandstraßen gab, durchlitt Österreich die wirtschaftlich katastrophalen Folgen der Niederlage im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]]. |
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| − | Selbst der bescheidene Entwurf eines drei Meter breiten Schottersträsschens mit Ausweichen auf Sichtweite mutete damals wie Luftschlossarchitektur an. Den Anstoß zum Bau einer Straße, die karge Alpentäler dem automobilen [[Fremdenverkehr]] erschließen sollte, gab [[1929]] der New Yorker Börsenkrach. Diese Katastrophe traf das ohnehin ärmliche Österreich mit verheerender Wucht. Die Arbeitslosigkeit stieg über die 500 000-Personen-Grenze, das waren 26 Prozent. Binnen drei Jahren sackte die Wirtschaftsleistung um ein Viertel ab. Jetzt holte die Bundesregierung die Pläne für die Glocknerstraße wieder aus der Schublade, um wenigstens 3 200 von durchschnittlich 520 000 Arbeitslosen zu beschäftigen. | + | Selbst der bescheidene Entwurf eines drei Meter breiten Schottersträsschens mit Ausweichen auf Sichtweite mutete damals wie Luftschlossarchitektur an. Den Anstoß zum Bau einer Straße, die karge Alpentäler dem automobilen [[Fremdenverkehr]] erschließen sollte, gab [[1929]] der New Yorker Börsenkrach. Diese Katastrophe traf das ohnehin ärmliche Österreich mit verheerender Wucht. Die Arbeitslosigkeit stieg über die 500 000-Personen-Grenze, das waren 26 Prozent. Binnen drei Jahren sackte die Wirtschaftsleistung um ein Viertel ab. Jetzt holte die Bundesregierung die Pläne für die Glocknerstraße wieder aus der Schublade, um wenigstens 3 200 von durchschnittlich 520 000 Arbeitslosen zu beschäftigen. |
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| − | Mittlerweile war das Projekt auch schon auf sechs Meter Breite für den Bedarf des "internationalen Großverkehrs" und zur allgemein bespöttelten Berechnung gediehen, dass jährlich gewiss 120 000 Besucher kämen (1936, im Jahr nach der Eröffnung der Straße waren es bereits 146 427 und 1938 schon 374 465 Personen). | + | Mittlerweile war das Projekt auch schon auf sechs Meter Breite für den Bedarf des "internationalen Großverkehrs" und zur allgemein bespöttelten Berechnung gediehen, dass jährlich gewiss 120 000 Besucher kämen (1936, im Jahr nach der Eröffnung der Straße waren es bereits 146 427 und 1938 schon 374 465 Personen). |
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| | Am [[30. August]] [[1930]], um 09:30 Uhr, drückte [[Landeshauptmann]] [[Franz Rehrl|Dr. Franz Rehrl]] den Auslöser für die ersten einhundert Sprengschüsse in [[Ferleiten]]. Vier Jahre später lieferten die treibenden Kräfte dieses Straßenbaues, der Salzburger Landeshauptmann Franz Rehrl und der Techniker [[Franz Friedrich Wallack|Franz Wallack]], eine Sensation. Mit einem adaptierten "Steyr 100"-Wagen gelang ihnen auf der Bautrasse die erste Alpenüberquerung in einem Pkw. Nochmals ein Jahr später wurde die Großglockner Hochalpenstraße am [[3. August]] [[1935]] eröffnet und tags darauf mit einem [[Großglockner Automobil- und Motorradrennen|internationalen Auto- und Motorradrennen]] zünftig in Betrieb genommen. | | Am [[30. August]] [[1930]], um 09:30 Uhr, drückte [[Landeshauptmann]] [[Franz Rehrl|Dr. Franz Rehrl]] den Auslöser für die ersten einhundert Sprengschüsse in [[Ferleiten]]. Vier Jahre später lieferten die treibenden Kräfte dieses Straßenbaues, der Salzburger Landeshauptmann Franz Rehrl und der Techniker [[Franz Friedrich Wallack|Franz Wallack]], eine Sensation. Mit einem adaptierten "Steyr 100"-Wagen gelang ihnen auf der Bautrasse die erste Alpenüberquerung in einem Pkw. Nochmals ein Jahr später wurde die Großglockner Hochalpenstraße am [[3. August]] [[1935]] eröffnet und tags darauf mit einem [[Großglockner Automobil- und Motorradrennen|internationalen Auto- und Motorradrennen]] zünftig in Betrieb genommen. |
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| | == Besucherzahlen == | | == Besucherzahlen == |
| − | Mit 120 000 Gästen hatten [[1930]] die Planer gerechnet, doch die touristische Attraktion dieser Straße zog [[1938]] bereits knapp 375 000 Besucher in 98 000 Fahrzeugen an. | + | Mit 120 000 Gästen hatten [[1930]] die Planer gerechnet, doch die touristische Attraktion dieser Straße zog [[1938]] bereits knapp 375 000 Besucher in 98 000 Fahrzeugen an. |
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| | === Entwicklung der Zahlen === | | === Entwicklung der Zahlen === |
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| | Die Mauteinnahmen im Rumpfjahr 1935 betrugen bereits öS 742.984.-- (damaliger Wert, umgerechnet 54.000 Euro), eine der ersten Mautdamen auf Salzburger Seite war [[Hella Trauner]]. | | Die Mauteinnahmen im Rumpfjahr 1935 betrugen bereits öS 742.984.-- (damaliger Wert, umgerechnet 54.000 Euro), eine der ersten Mautdamen auf Salzburger Seite war [[Hella Trauner]]. |
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| − | Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] dauerte es bis [[1952]], bis der Vorkriegsrekord mit 412 000 Besuchern und 91 000 Fahrzeugen überboten wurde. Dann ging es mit erstaunlichen Zuwachsraten auf den Höhepunkt [[1962]] zu: 360 000 Fahrzeuge und 1,3 Mio. Besucher. | + | Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] dauerte es bis [[1952]], bis der Vorkriegsrekord mit 412 000 Besuchern und 91 000 Fahrzeugen überboten wurde. Dann ging es mit erstaunlichen Zuwachsraten auf den Höhepunkt [[1962]] zu: 360 000 Fahrzeuge und 1,3 Mio. Besucher. |
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| | Die Eröffnung des [[Felbertauerntunnel]]s ([[1967]]) und der [[Tauernautobahn]] ([[1975]]) drosselte zwar die Frequenz um annähernd 15 Prozent, veränderte aber den Charakter der Großglockner Hochalpenstraße nachhaltig: Von der einzigen transalpinen Straße über den 158 km langen [[Alpenhauptkamm]] zwischen Brenner und [[Katschberg]] zu einer Ausflugsstraße aus einem Einzugsgebiet von rund 130 km Radius. | | Die Eröffnung des [[Felbertauerntunnel]]s ([[1967]]) und der [[Tauernautobahn]] ([[1975]]) drosselte zwar die Frequenz um annähernd 15 Prozent, veränderte aber den Charakter der Großglockner Hochalpenstraße nachhaltig: Von der einzigen transalpinen Straße über den 158 km langen [[Alpenhauptkamm]] zwischen Brenner und [[Katschberg]] zu einer Ausflugsstraße aus einem Einzugsgebiet von rund 130 km Radius. |
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| − | Die Glocknerstraße spiegelt auch den materiellen Fortschritt der Menschen wider: In den ersten Jahren machten Motorräder als "Auto des kleinen Mannes" bis zu einem Viertel der Frequenz aus; den Höhepunkt brachte das Jahr [[1955]] mit 47 500 Motorrädern (26% der Frequenz); im klassischen "Wirtschaftswunderjahr" [[1968]] zählte man nur mehr 2 071 Motorräder. Mittlerweile entwickelte sich das Motorrad zu einem teuren Sportgerät gerade für Bergfahrten. Und so stieg die Anzahl der Motorräder auf der Großglockner Hochalpenstraße bis [[2003]] auf über 76 000 an. Den Charakter einer erstrangigen touristischen Attraktion unterstreicht auch die wachsende Zahl der Reisebusse. | + | Die Glocknerstraße spiegelt auch den materiellen Fortschritt der Menschen wider: In den ersten Jahren machten Motorräder als "Auto des kleinen Mannes" bis zu einem Viertel der Frequenz aus; den Höhepunkt brachte das Jahr [[1955]] mit 47 500 Motorrädern (26% der Frequenz); im klassischen "Wirtschaftswunderjahr" [[1968]] zählte man nur mehr 2 071 Motorräder. Mittlerweile entwickelte sich das Motorrad zu einem teuren Sportgerät gerade für Bergfahrten. Und so stieg die Anzahl der Motorräder auf der Großglockner Hochalpenstraße bis [[2003]] auf über 76 000 an. Den Charakter einer erstrangigen touristischen Attraktion unterstreicht auch die wachsende Zahl der Reisebusse. |
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| − | Steigende Besucherzahlen erforderten ab [[1953]] die etappenweise Modernisierung der Straße bis auf 7,5 m Breite, auf 15 statt 10 m Kehrenradien, auf 4000 statt 800 Parkflächen, auf ein sicheres Durchschnittstempo von 70 statt 40 km/h und eine Kapazität von 350 000 Fahrzeugen jährlich. | + | Steigende Besucherzahlen erforderten ab [[1953]] die etappenweise Modernisierung der Straße bis auf 7,5 m Breite, auf 15 statt zehn Meter Kehrenradien, auf 4 000 statt 800 Parkflächen, auf ein sicheres Durchschnittstempo von 70 statt 40 km/h und eine Kapazität von 350 000 Fahrzeugen jährlich. |
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| − | [[2010]], im 75. Jahr des Bestehens der Straße, konnte der sechzigmillionste Gast begrüßt werden. In den ersten Jahren des [[21. Jahrhundert]]s wurde die Panoramastraße pro Jahr durchschnittlich von 200 000 Fahrzeugen mit 900 000 Besuchern frequentiert. | + | [[2010]], im 75. Jahr des Bestehens der Straße, konnte der sechzigmillionste Gast begrüßt werden. In den ersten Jahren des [[21. Jahrhundert]]s wurde die Panoramastraße pro Jahr durchschnittlich von 200 000 Fahrzeugen mit 900 000 Besuchern frequentiert. |
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| | == Schneeräumung == | | == Schneeräumung == |
| | : ''Hauptartikel: [[Schneeräumung Großglockner Hochalpenstraße]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Schneeräumung Großglockner Hochalpenstraße]]'' |
| − | Eine entscheidende Rolle für die Frequenz spielt auf hochalpinen Straßen die Schneeräumung. In den Jahren [[1936]] und [[1937]] schaufelten 350 Männer in durchschnittlich 70 Tagen 250 000 m³ Schnee, um die Straße zumindest einspurig freizulegen. Seit [[1953]] räumen jedes Jahr im April die fünf Rotationspflüge - ''System Wallack'' - und 12 Arbeiter der [[Großglockner Hochalpenstraßen AG|GROHAG]] in zirka 14 Tagen die 600 000 m³ bis 800 000 m³ Schnee von Straße und Parkflächen. | + | Eine entscheidende Rolle für die Frequenz spielt auf hochalpinen Straßen die Schneeräumung. In den Jahren [[1936]] und [[1937]] schaufelten 350 Männer in durchschnittlich 70 Tagen 250 000 m³ Schnee, um die Straße zumindest einspurig freizulegen. Seit [[1953]] räumen jedes Jahr im April die fünf Rotationspflüge - ''System Wallack'' - und 12 Arbeiter der [[Großglockner Hochalpenstraßen AG|GROHAG]] in zirka 14 Tagen die 600 000 m³ bis 800 000 m³ Schnee von Straße und Parkflächen. |
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| | Der Einsatz moderner Technik verlängert die Öffnungszeiten der Glocknerstraße erheblich. Waren es [[1937]] nur 132 Tage, konnte man [[1963]] sogar an 276 Tage die Glocknerstraße besuchen. In jüngster Zeit orientieren sich die Öffnungszeiten nicht mehr allein an den klimatischen Gegebenheiten, sondern auch an wirtschaftlichen Erwägungen. Von Anfang Mai bis Ende Oktober ist die Großglockner Hochalpenstraße üblicherweise geöffnet. | | Der Einsatz moderner Technik verlängert die Öffnungszeiten der Glocknerstraße erheblich. Waren es [[1937]] nur 132 Tage, konnte man [[1963]] sogar an 276 Tage die Glocknerstraße besuchen. In jüngster Zeit orientieren sich die Öffnungszeiten nicht mehr allein an den klimatischen Gegebenheiten, sondern auch an wirtschaftlichen Erwägungen. Von Anfang Mai bis Ende Oktober ist die Großglockner Hochalpenstraße üblicherweise geöffnet. |
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| | ==== Piffkar ==== | | ==== Piffkar ==== |
| − | 1 620 [[m ü. A.]]: Der landschaftsgerecht gestaltete Parkplatz hat Modellcharakter für ökologisch zeitgemäße Landschaftsarchitektur. Gleich neben dem Haus beginnt der Naturlehrweg Piffkar. Neun Schautafeln informieren über die Vegetation und die Vogelwelt in dieser Höhenstufe. In dem historischen Straßenwärterhaus sind immer wieder Ausstellungen zu sehen. | + | 1 620 [[m ü. A.]]: Der landschaftsgerecht gestaltete Parkplatz hat Modellcharakter für ökologisch zeitgemäße Landschaftsarchitektur. Gleich neben dem Haus beginnt der Naturlehrweg Piffkar. Neun Schautafeln informieren über die Vegetation und die Vogelwelt in dieser Höhenstufe. In dem historischen Straßenwärterhaus sind immer wieder Ausstellungen zu sehen. |
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| | Im Gebäude selbst gab es 2010 die neue Ausstellung, die verschiedene Themen rund um die [[Großglockner Hochalpenstraße (Jubiläen)|75-jährige Geschichte]] der Großglockner Hochalpenstraße beleuchtet. Der Höhepunkt der Ausstellung ist aber ein Zusammenschnitt verschiedener Filmszenen aus der Bauzeit, von der Eröffnungsfeier und den Anfangsjahren. Wer mehr zur Bauzeit wissen will, kann auch die Ausstellung "Bau der Straße" bei der [[Fuscher Lacke]] besuchen. | | Im Gebäude selbst gab es 2010 die neue Ausstellung, die verschiedene Themen rund um die [[Großglockner Hochalpenstraße (Jubiläen)|75-jährige Geschichte]] der Großglockner Hochalpenstraße beleuchtet. Der Höhepunkt der Ausstellung ist aber ein Zusammenschnitt verschiedener Filmszenen aus der Bauzeit, von der Eröffnungsfeier und den Anfangsjahren. Wer mehr zur Bauzeit wissen will, kann auch die Ausstellung "Bau der Straße" bei der [[Fuscher Lacke]] besuchen. |
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| | ==== Hochmais ==== | | ==== Hochmais ==== |
| − | In 1 850 m ü. A. befindet sich die Informationsstelle Hochmais mit Schautafeln zum Thema "[[Gletscher]], das [[Rotmoos]] und die Höhenstufen der Vegetation". | + | In 1 850 m ü. A. befindet sich die Informationsstelle Hochmais mit Schautafeln zum Thema "[[Gletscher]], das [[Rotmoos]] und die Höhenstufen der Vegetation". |
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| | ==== Haus "Alpine Naturschau" ==== | | ==== Haus "Alpine Naturschau" ==== |
| | [[Bild:GROHAG 06.jpg|thumb|Museum Alpine Naturschau]] | | [[Bild:GROHAG 06.jpg|thumb|Museum Alpine Naturschau]] |
| − | Diese Schau zeigt die hoch sensible und äußerst vielfältige Bergwelt der [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]]. Das Museum auf 2 300 m ü. A. Seehöhe entführt den Besucher in die Welt der alpinen Natur, erklärt deren ökologischen Zusammenhänge und zeigt ihm besondere [[Tiere im Nationalpark Hohe Tauern]] und [[Pflanzen im Nationalpark Hohe Tauern]]. Eine Sehschule der Natur, die auch an Schlechtwettertagen ein attraktives Ausflugsziel darstellt. | + | Diese Schau zeigt die hoch sensible und äußerst vielfältige Bergwelt der [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]]. Das Museum auf 2 300 m ü. A. Seehöhe entführt den Besucher in die Welt der alpinen Natur, erklärt deren ökologischen Zusammenhänge und zeigt ihm besondere [[Tiere im Nationalpark Hohe Tauern]] und [[Pflanzen im Nationalpark Hohe Tauern]]. Eine Sehschule der Natur, die auch an Schlechtwettertagen ein attraktives Ausflugsziel darstellt. |
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| | ==== Ausstellung „Bau der Straße“ ==== | | ==== Ausstellung „Bau der Straße“ ==== |
| − | Auf 2 262 m ü. A. im alten Wegmacherhaus neben der [[Fuscher Lacke]] präsentiert diese Ausstellung eindrucksvoll die interessante [[Baugeschichte|Geschichte des Baues]] der Großglockner Hochalpenstraße ([[1930]] bis [[1935]]). | + | Auf 2 262 m ü. A. im alten Wegmacherhaus neben der [[Fuscher Lacke]] präsentiert diese Ausstellung eindrucksvoll die interessante [[Baugeschichte|Geschichte des Baues]] der Großglockner Hochalpenstraße ([[1930]] bis [[1935]]). |
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| | ==== Edelweißstraße ==== | | ==== Edelweißstraße ==== |
| | : ''Hauptartikel: [[Edelweißstraße]] | | : ''Hauptartikel: [[Edelweißstraße]] |
| − | Im Bereich des Fuscher Törls führt eine Stichstraße auf die Edelweißspitze (2 571 m ü. A.), dem höchsten Punkt der Großglockner Hochalpenstraße mit herrlichem Rundblick. Dort gibt es auch einen "Bikers Point" für Motorradfahrer. | + | Im Bereich des Fuscher Törls führt eine Stichstraße auf die Edelweißspitze (2 571 m ü. A.), dem höchsten Punkt der Großglockner Hochalpenstraße mit herrlichem Rundblick. Dort gibt es auch einen "Bikers Point" für Motorradfahrer. |
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| | ==== Fuscher Törl ==== | | ==== Fuscher Törl ==== |
| | : ''Hauptartikel: [[Fuscher Törl]] | | : ''Hauptartikel: [[Fuscher Törl]] |
| − | Beim Fuscher Törl (2 482 m ü. A.) hat der Erbauer der Straße bewusst eine Bergspitze umfahren, um so den Besuchern einen perfekten Rundblick in die unvergleichliche Hochgebirgslandschaft zu ermöglichen. Dort befindet sich auch eine vom Architekten [[Clemens Holzmeister]] errichtete Gedenkstätte für die beim Bau der Straße verunglückten Arbeiter. | + | Beim Fuscher Törl (2 482 m ü. A.) hat der Erbauer der Straße bewusst eine Bergspitze umfahren, um so den Besuchern einen perfekten Rundblick in die unvergleichliche Hochgebirgslandschaft zu ermöglichen. Dort befindet sich auch eine vom Architekten [[Clemens Holzmeister]] errichtete Gedenkstätte für die beim Bau der Straße verunglückten Arbeiter. |
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| − | ==== Informationsstelle Greifvögel (2 320 m ü. A.) ==== | + | ==== Informationsstelle Greifvögel (2 320 m ü. A.) ==== |
| | Zwischen dem Fuscher Törl und der Fuscher Lacke: Schautafeln über die heimischen Greifvögel. | | Zwischen dem Fuscher Törl und der Fuscher Lacke: Schautafeln über die heimischen Greifvögel. |
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| − | ==== Geologischer Lehrweg (2 290 m ü. A.) ==== | + | ==== Geologischer Lehrweg (2 290 m ü. A.) ==== |
| | [[Bild:GROHAG 05.jpg|thumb|[[Murmeltiere]], die "pfiffigen" Bewohner des [[Nationalpark Hohe Tauern|Nationalparks Hohe Tauern]]]] | | [[Bild:GROHAG 05.jpg|thumb|[[Murmeltiere]], die "pfiffigen" Bewohner des [[Nationalpark Hohe Tauern|Nationalparks Hohe Tauern]]]] |
| | An der Fuscher Lacke, einem kleinen See, befindet sich ein original erhaltenes Straßenwärterhaus, in dem in einer Dokumentation die Geschichte der Errichtung der Straße und die damaligen Lebensumstände der Arbeiter gezeigt werden. Ein Rundweg um die Lacke (ca. 10 Minuten) sollte mit einer Rast beim "Mankeiwirt" (Mankei = umgangsprachlich für [[Murmeltier]]) abgeschlossen werden. | | An der Fuscher Lacke, einem kleinen See, befindet sich ein original erhaltenes Straßenwärterhaus, in dem in einer Dokumentation die Geschichte der Errichtung der Straße und die damaligen Lebensumstände der Arbeiter gezeigt werden. Ein Rundweg um die Lacke (ca. 10 Minuten) sollte mit einer Rast beim "Mankeiwirt" (Mankei = umgangsprachlich für [[Murmeltier]]) abgeschlossen werden. |
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| | : ''Hauptartikel: [[Hochtor]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Hochtor]]'' |
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| − | Am Scheitelpunkt der Straße in 2 503 m ü. A. wird die Passhöhe erreicht. Oberhalb des Tunnels wurde ein [[Römer|römisch]]-[[Kelten|keltisches]] Heiligtum ausgegraben, das, höher als der griechische Olymp, Europas höchst gelegenes Heiligtum darstellt. Weiters fanden Archäologen bei Grabungen 199 keltische und römische Geldstücke aus der Zeit zwischen dem [[2. Jahrhundert|2.]] und [[4. Jahrhundert]] nach Christus. | + | Am Scheitelpunkt der Straße in 2 503 m ü. A. wird die Passhöhe erreicht. Oberhalb des Tunnels wurde ein [[Römer|römisch]]-[[Kelten|keltisches]] Heiligtum ausgegraben, das, höher als der griechische Olymp, Europas höchst gelegenes Heiligtum darstellt. Weiters fanden Archäologen bei Grabungen 199 keltische und römische Geldstücke aus der Zeit zwischen dem [[2. Jahrhundert|2.]] und [[4. Jahrhundert]] nach Christus. |
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| | Die Ausstellung am Hochtor soll eine Zeitreise durch die Jahrtausende sein, in der der Glocknerübergang die kürzeste Handelsroute zwischen Nord und Süd darstellte. Sie erzählt auch von der Suche nach dem Rohstoff [[Bergkristall]] und von den Goldbergwerken entlang der Straße. Direkt neben der neuen Ausstellung wurde ein Zubau errichtet, der den Souvenir-Shop und einen großzügigen Gastrobereich beherbergt. | | Die Ausstellung am Hochtor soll eine Zeitreise durch die Jahrtausende sein, in der der Glocknerübergang die kürzeste Handelsroute zwischen Nord und Süd darstellte. Sie erzählt auch von der Suche nach dem Rohstoff [[Bergkristall]] und von den Goldbergwerken entlang der Straße. Direkt neben der neuen Ausstellung wurde ein Zubau errichtet, der den Souvenir-Shop und einen großzügigen Gastrobereich beherbergt. |
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| | In der Mitte des Hochtortunnels befindet sich die Landesgrenze zwischen Salzburg und Kärnten. Im Winter müssen beide Tunneleinfahrten mit Holzverschalungen verschlossen werden, da ansonsten der Wind den kompletten Tunnel im Laufe des Winters mit Schnee füllen würde. | | In der Mitte des Hochtortunnels befindet sich die Landesgrenze zwischen Salzburg und Kärnten. Im Winter müssen beide Tunneleinfahrten mit Holzverschalungen verschlossen werden, da ansonsten der Wind den kompletten Tunnel im Laufe des Winters mit Schnee füllen würde. |
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| − | ==== Schöneck (1 953 m ü. A.) ==== | + | ==== Schöneck (1 953 m ü. A.) ==== |
| − | Die Gletscherstraße führt zunächst an den obersten Rand eines reinen Lärchenwaldes bei Schöneck zu einem Lehrweg über die Glocknerwiesen samt einer dort eingerichteten Naturschau. Mit bereits Blickkontakt auf den [[Großglockner (Berg)|Großglockner]] fährt man bis zum [[Glocknerhaus]] in 2 131 m ü. A. Hier befindet man sich schon im Nahbereich des [[Stausee Margaritze|Margaritzen-Stausee]]s der [[Tauernkraftwerke Kaprun|Glockner-Kaprun-Kraftwerke]]. | + | Die Gletscherstraße führt zunächst an den obersten Rand eines reinen Lärchenwaldes bei Schöneck zu einem Lehrweg über die Glocknerwiesen samt einer dort eingerichteten Naturschau. Mit bereits Blickkontakt auf den [[Großglockner (Berg)|Großglockner]] fährt man bis zum [[Glocknerhaus]] in 2 131 m ü. A. Hier befindet man sich schon im Nahbereich des [[Stausee Margaritze|Margaritzen-Stausee]]s der [[Tauernkraftwerke Kaprun|Glockner-Kaprun-Kraftwerke]]. |
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| | ==== Besucherzentrum auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ==== | | ==== Besucherzentrum auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ==== |
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| | Zu sehen ist der längste [[Gletscher]] der [[Ostalpen]], die [[Pasterze]]. Im Besucherzentrum die Ausstellung „Großglockner“ mit verschiedenen Schwerpunkten. | | Zu sehen ist der längste [[Gletscher]] der [[Ostalpen]], die [[Pasterze]]. Im Besucherzentrum die Ausstellung „Großglockner“ mit verschiedenen Schwerpunkten. |
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| | Im Glocknerkino beeindrucken faszinierende Impressionen des Großglockners vom Universumfilmer Georg Riha und im Glockner-Panorama-Raum. Ergänzt wird das Besucherzentrum noch durch die Sonderschau „WasserLeben“ sowie dem Harmonieraum und einen Kraftraum, wo die verschiedenen Energiefelder der Region um den höchsten Berg Österreichs untersucht werden. | | Im Glocknerkino beeindrucken faszinierende Impressionen des Großglockners vom Universumfilmer Georg Riha und im Glockner-Panorama-Raum. Ergänzt wird das Besucherzentrum noch durch die Sonderschau „WasserLeben“ sowie dem Harmonieraum und einen Kraftraum, wo die verschiedenen Energiefelder der Region um den höchsten Berg Österreichs untersucht werden. |
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| | * [[1924]]: Erste Trassierung der Glocknerstraße | | * [[1924]]: Erste Trassierung der Glocknerstraße |
| | * [[1930]] - [[1935]]: Bauzeit | | * [[1930]] - [[1935]]: Bauzeit |
| − | ** Beschäftigte: bis zu 3 200 wettererprobte Männer | + | ** Beschäftigte: bis zu 3 200 wettererprobte Männer |
| | * [[1931]]: Ein halbes Jahr nach Baubeginn Gründung der [[Großglockner Hochalpenstraßen AG]], um eine Straße über das Hochtor zu bauen, zu erhalten und zu betreiben. | | * [[1931]]: Ein halbes Jahr nach Baubeginn Gründung der [[Großglockner Hochalpenstraßen AG]], um eine Straße über das Hochtor zu bauen, zu erhalten und zu betreiben. |
| | * [[22. September]] [[1934]]: Erste Überquerung der Hohen Tauern auf dem Rohbau der Scheitelstrecke mit einem Automobil („Steyr Hunderter“ mit 32 PS) Fahrer: Landeshauptmann Dr. [[Franz Rehrl]] mit Beifahrer [[Franz Friedrich Wallack|Hofrat DI Franz Wallack]], dem Erbauer der Großglocknerstraße. | | * [[22. September]] [[1934]]: Erste Überquerung der Hohen Tauern auf dem Rohbau der Scheitelstrecke mit einem Automobil („Steyr Hunderter“ mit 32 PS) Fahrer: Landeshauptmann Dr. [[Franz Rehrl]] mit Beifahrer [[Franz Friedrich Wallack|Hofrat DI Franz Wallack]], dem Erbauer der Großglocknerstraße. |
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| | ::Steigungen bis 14 Prozent | | ::Steigungen bis 14 Prozent |
| | :Höhenangaben: | | :Höhenangaben: |
| − | ::Höhenanstieg: Passtraße bis auf 2 504 m ü. A., Stichstraße "[[Edelweißspitze]]" bis auf 2 571 m ü. A. | + | ::Höhenanstieg: Passtraße bis auf 2 504 m ü. A., Stichstraße "[[Edelweißspitze]]" bis auf 2 571 m ü. A. |
| − | ::Höchster Punkt der Durchzugsstraße: Hochtor (2 506 m ü. A.) | + | ::Höchster Punkt der Durchzugsstraße: Hochtor (2 506 m ü. A.) |
| − | ::Höchster Punkt: Parkplatz Edelweißspitze (2 571 m ü. A.) | + | ::Höchster Punkt: Parkplatz Edelweißspitze (2 571 m ü. A.) |
| | :Kehren: | | :Kehren: |
| | [[Datei:Mittertoerltunnel.jpg|thumb|Osteinfahrt in den Mittertörltunnel]] | | [[Datei:Mittertoerltunnel.jpg|thumb|Osteinfahrt in den Mittertörltunnel]] |
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| | :::3 Kehren auf der Gletscherstraße | | :::3 Kehren auf der Gletscherstraße |
| | :::6 Kehren auf der Edelweißstraße | | :::6 Kehren auf der Edelweißstraße |
| − | :Parkplätze: insgesamt 35 Parkplätze für 3 400 PKW und 100 Busse | + | :Parkplätze: insgesamt 35 Parkplätze für 3 400 PKW und 100 Busse |
| | :Tunnelhöhen: [[Mittertörl]]- und Hochtortunnel: 4,0 m | | :Tunnelhöhen: [[Mittertörl]]- und Hochtortunnel: 4,0 m |
| | :Schneeräumung: | | :Schneeräumung: |
| | ::Dauer: durchschnittlich 14 Tage (Stand 2010) | | ::Dauer: durchschnittlich 14 Tage (Stand 2010) |
| − | ::Schneemengen: Bis zu 800 000 m³, entsprechen einem Eisenbahnlastenzug von ca. 250 Kilometer Länge | + | ::Schneemengen: Bis zu 800 000 m³, entsprechen einem Eisenbahnlastenzug von ca. 250 Kilometer Länge |
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| | == Weblinks == | | == Weblinks == |