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| − | [[Richard Tomaselli (Cafetier)|Richard Tomaselli]] – dem älteren Bruder von [[Otto Tomaselli]], der das [[Café Bazar]] betrieb – gehörte seit [[1. April]] [[1905]] das Café Central in der [[Schwarzstraße]] Nr. 8, gegenüber dem [[Bazargebäude]]<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19050220&query=%22Richard+Tomaselli%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 20. Februar 1905, Seite 4</ref>. Der Kaufpreis betrug 188.000 [[Krone]]n.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=lvb&datum=19050222&query=%22Richard+Tomaselli%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], Linzer Volksblatt, Ausgabe vom 22. Februar 1905, Seite 4</ref> Er hatte es von Franz Etmann gekauft. Dieses übergab Tomaselli an den Kaufmann ''Handler''. Mit dem Geld aus diesem Kaufvertrag, um 200.000 Kronen, erwarb er dann am [[23. September]] [[1909]] das [[Café Bazar]]. | + | [[Richard Tomaselli (Cafetier)|Richard Tomaselli]] – dem älteren Bruder von [[Otto Tomaselli]], der das [[Café Bazar]] betrieb – gehörte seit [[1. April]] [[1905]] das Café Central in der [[Schwarzstraße]] Nr. 8, gegenüber dem [[Bazargebäude]]<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19050220&query=%22Richard+Tomaselli%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 20. Februar 1905, Seite 4</ref>. Der Kaufpreis betrug 188.000 [[Krone]]n.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=lvb&datum=19050222&query=%22Richard+Tomaselli%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], Linzer Volksblatt, Ausgabe vom 22. Februar 1905, Seite 4</ref> Er hatte es von Franz Etmann gekauft. Dieses übergab Tomaselli an den Kaufmann ''Handler''. Mit dem Geld aus diesem Kaufvertrag, um 200.000 Kronen, erwarb er dann am [[23. September]] [[1909]] das [[Café Bazar]]. |
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| | Das [[Salzburger Volksblatt]] beschrieb in seiner Ausgabe vom [[11. April]] 1905 das Café: ''... Die Lambrien<ref>Wandvertäfelungen, die nur bis zum Fenster reichen</ref> an den drei Wandseiten sind in Creme-Lack gehalten und zeigen reizende Relieffüllungen. Die Wände sind mit grün gestreifter Seidentapete bezogen und mit Spiegeln unterteilt. Die Fensterwand ist mit altrot gebeiztem Eichenholz unter plastischen Fenstern verschalt ...'' | | Das [[Salzburger Volksblatt]] beschrieb in seiner Ausgabe vom [[11. April]] 1905 das Café: ''... Die Lambrien<ref>Wandvertäfelungen, die nur bis zum Fenster reichen</ref> an den drei Wandseiten sind in Creme-Lack gehalten und zeigen reizende Relieffüllungen. Die Wände sind mit grün gestreifter Seidentapete bezogen und mit Spiegeln unterteilt. Die Fensterwand ist mit altrot gebeiztem Eichenholz unter plastischen Fenstern verschalt ...'' |
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| − | Am [[7. Juli]] 1905 bemerkte Richard Tomaselli gegen 23:30 Uhr in seiner im ersten Stock über dem Café gelegenen Wohnung in der Küche eine starke Rauchentwicklung. Unter dem Fußboden beim Herd war ein Brand entstanden. Tomaselli rief die Herren Ing. Szlama und Instrumentenmacher Stecher um Hilfe. Sie begannen den Boden aufzureißen und den Herd zu demolieren. Schon nach dem Öffnen der ersten Bretter schossen Stichflammen hervor. Sie konnten den Brand löschen, der sich bereits durch den Boden bis ins Parterre ausgedehnt hatte, ohne aber größeren Schaden anzurichten.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19050708&query=%22Richard+Tomaselli%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 8. Juli 1905, Seite 8</ref> | + | Am [[7. Juli]] 1905 bemerkte Richard Tomaselli gegen 23:30 Uhr in seiner im ersten Stock über dem Café gelegenen Wohnung in der Küche eine starke Rauchentwicklung. Unter dem Fußboden beim Herd war ein Brand entstanden. Tomaselli rief die Herren Ing. Szlama und Instrumentenmacher Stecher um Hilfe. Sie begannen den Boden aufzureißen und den Herd zu demolieren. Schon nach dem Öffnen der ersten Bretter schossen Stichflammen hervor. Sie konnten den Brand löschen, der sich bereits durch den Boden bis ins Parterre ausgedehnt hatte, ohne aber größeren Schaden anzurichten.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19050708&query=%22Richard+Tomaselli%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%e2%80%8f%e2%80%8e%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 8. Juli 1905, Seite 8</ref> |
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| | [[1909]] verkaufte Tomaselli das Café an den Kaufmann Handler,<ref>Er dürfte mit jenem Anton H'''ä'''ndler der Quelle Josef Eder ident sein, da in mehreren Artikeln in [[ANNO]]-Suche beide Schreibweisen vorkommen, Quelle Schobersberger hingegen schreibt ihn mit a.</ref> [[1910]] wird im [[Salzburger Amtskalender]] als Pächter [[Franz Hamberger]] genannt, ab [[1914]] Eduard Kern und ab [[1916]] Karl Geißler. [[1920]] wurden dann die Räumlichkeiten umgebaut, und die Allgemeine Depositenbank Wien, Filiale Salzburg, zog darin ein. | | [[1909]] verkaufte Tomaselli das Café an den Kaufmann Handler,<ref>Er dürfte mit jenem Anton H'''ä'''ndler der Quelle Josef Eder ident sein, da in mehreren Artikeln in [[ANNO]]-Suche beide Schreibweisen vorkommen, Quelle Schobersberger hingegen schreibt ihn mit a.</ref> [[1910]] wird im [[Salzburger Amtskalender]] als Pächter [[Franz Hamberger]] genannt, ab [[1914]] Eduard Kern und ab [[1916]] Karl Geißler. [[1920]] wurden dann die Räumlichkeiten umgebaut, und die Allgemeine Depositenbank Wien, Filiale Salzburg, zog darin ein. |
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| − | Der Baumeister und Heimatforscher [[Josef Eder (Baumeister)|Josef Eder]] schrieb 1927<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19270813&query=%22eder%22&seite=11 ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 13. August 1927, Seite 11</ref> über die Besitzer: | + | Der Baumeister und Heimatforscher [[Josef Eder (Baumeister)|Josef Eder]] schrieb 1927<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19270813&query=%22eder%22&seite=11 ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 13. August 1927, Seite 11</ref> über die Besitzer: |
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| | ''Nr. 8 war bis 1865 eine Branntweinbrennerei, später Wilhelm Pachs Restauration; 1898 machte der Schwiegersohn Franz Etmann das "Café Central" daraus, 1905 übernahm es Richard Tomaselli, 1909 Franz Hamberger, 1913 wurde es Automaten-Restaurant; Karl Geister errichtete 1915 wieder das Kaffeehaus, 1918 ging es an Anton Händler über, der 1920 die Lokale an die Depositenbank verpachtete, worin dann ab 1926 der Wiener Bankverein amtierte. | | ''Nr. 8 war bis 1865 eine Branntweinbrennerei, später Wilhelm Pachs Restauration; 1898 machte der Schwiegersohn Franz Etmann das "Café Central" daraus, 1905 übernahm es Richard Tomaselli, 1909 Franz Hamberger, 1913 wurde es Automaten-Restaurant; Karl Geister errichtete 1915 wieder das Kaffeehaus, 1918 ging es an Anton Händler über, der 1920 die Lokale an die Depositenbank verpachtete, worin dann ab 1926 der Wiener Bankverein amtierte. |