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| | === Weitere Forschungsprojekte mit Partnern aus Stadt und Land Salzburg === | | === Weitere Forschungsprojekte mit Partnern aus Stadt und Land Salzburg === |
| − | * [[Biodiversitätsdatenbank des Landes Salzburg]] | + | * Biodiversitätsdatenbank des Landes Salzburg |
| | * [[Biodiversitätsdatenbank des Nationalparks Hohe Tauern]] | | * [[Biodiversitätsdatenbank des Nationalparks Hohe Tauern]] |
| − | * [[Institut für Ökologie]] | + | * Institut für Ökologie |
| − | * [[Nationalparkinstitut]] | + | * Nationalparkinstitut |
| | * Naturwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften: | | * Naturwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften: |
| − | : [[Entomologische Arbeitsgemeinschaft]], Ornithologische Arbeitsgemeinschaft, Herpetologische Arbeitsgemeinschaft, Botanische Arbeitsgemeinschaft, Arbeitsgruppe für Mineralogie und Paläontologie, Astronomische Arbeitsgemeinschaft | + | : Entomologische Arbeitsgemeinschaft, Ornithologische Arbeitsgemeinschaft, Herpetologische Arbeitsgemeinschaft, Botanische Arbeitsgemeinschaft, Arbeitsgruppe für Mineralogie und Paläontologie, Astronomische Arbeitsgemeinschaft |
| − | * [[Christian Doppler Forschungs- und Gedenkstätte]] | + | * Christian Doppler Forschungs- und Gedenkstätte |
| | * [[Sternwarte Haunsberg]] | | * [[Sternwarte Haunsberg]] |
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| | === Das Haus der Natur in der NS-Zeit === | | === Das Haus der Natur in der NS-Zeit === |
| − | Mit Hilfe der deutschen Historikerin und Museumsexpertin Susanne Köstering begann das Haus der Natur Anfang 2013 seine NS-Geschichte aufzuarbeiten. Dazu befand sich die Expertin zwei Monate in Salzburg. Die Ergebnisse waren im Herbst 2013 in einer Ausstellung zu sehen und 2014 erschien ein Buch darüber. Die Vorgänge in der NS-Zeit hatte aber auch eine Arbeitsgruppe im Salzburger Haus der Natur aufgearbeitet. | + | Mit Hilfe der deutschen Historikerin und Museumsexpertin Susanne Köstering begann das Haus der Natur Anfang [[2013]] seine NS-Geschichte aufzuarbeiten. Dazu befand sich die Expertin zwei Monate in Salzburg. Die Ergebnisse waren im Herbst 2013 in einer Ausstellung zu sehen und 2014 erschien ein Buch darüber. Die Vorgänge in der NS-Zeit hatte aber auch eine Arbeitsgruppe im Salzburger Haus der Natur aufgearbeitet. |
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| | Ungewöhnlich eng verlief die Beziehung mit dem Namen Eduard Paul Tratz, wie Köstering feststellt. Sie wird aber noch genau seine Rolle im [[Nationalsozialismus]] an Hand der Unterlagen in den Salzburger Archiven untersuchen. Ihr ist es wichtig zu klären, wie stark er eingebunden war und welche Inhalte des Nationalsozialismus er für seine Ausstellungen übernommen hatte. Als entscheidende Zäsur sieht Köstering den Umzug des Museums 1956 vom Salzburger Festspielhaus an den heutigen Standort. Denn auch hier sieht die Expertin Erklärungsbedarf, ob die Annahme, dass aufgrund der personellen Kontinuität keine richtig kritische und aktive Auseinandersetzung stattgefunden hatte, ob und wie viel ''aufgearbeitet und mitgeschleppt'' wurde, zutreffend ist<ref>{{Quelle SW-SN|18. Jänner 2013}}</ref>. | | Ungewöhnlich eng verlief die Beziehung mit dem Namen Eduard Paul Tratz, wie Köstering feststellt. Sie wird aber noch genau seine Rolle im [[Nationalsozialismus]] an Hand der Unterlagen in den Salzburger Archiven untersuchen. Ihr ist es wichtig zu klären, wie stark er eingebunden war und welche Inhalte des Nationalsozialismus er für seine Ausstellungen übernommen hatte. Als entscheidende Zäsur sieht Köstering den Umzug des Museums 1956 vom Salzburger Festspielhaus an den heutigen Standort. Denn auch hier sieht die Expertin Erklärungsbedarf, ob die Annahme, dass aufgrund der personellen Kontinuität keine richtig kritische und aktive Auseinandersetzung stattgefunden hatte, ob und wie viel ''aufgearbeitet und mitgeschleppt'' wurde, zutreffend ist<ref>{{Quelle SW-SN|18. Jänner 2013}}</ref>. |
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| − | 2014 wurden die letzten noch im Haus verbliebenen Raubgut-Objekte an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben, soweit die Eigentümer ein Interesse daran besaßen. Von den rund 900 000 Objekten in der Sammlung des Museums war nur ein sehr kleiner und wenig wertvoller Teil betroffen. Viele Dinge wurden schon in der Zeit nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] restituiert. Rund 1 000 Bücher, 200 Jagdtrophäen, rund 150 Tierpräparate und einige eiszeitliche Funde wie Mammutknochen, die in der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig angeeignet wurden, müssen noch zurückgegeben werden, soweit der Eigentümer ein Interesse daran besitzt. | + | [[2014]] wurden die letzten noch im Haus verbliebenen Raubgut-Objekte an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben, soweit die Eigentümer ein Interesse daran besaßen. Von den rund 900 000 Objekten in der Sammlung des Museums war nur ein sehr kleiner und wenig wertvoller Teil betroffen. Viele Dinge wurden schon in der Zeit nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] restituiert. Rund 1 000 Bücher, 200 Jagdtrophäen, rund 150 Tierpräparate und einige eiszeitliche Funde wie Mammutknochen, die in der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig angeeignet wurden, müssen noch zurückgegeben werden, soweit der Eigentümer ein Interesse daran besitzt. |
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| | Seit 2010 wurde erstmals akribisch die Provenienz der Sammlungen mit dem Schwerpunkt in der Zeit von [[1939]] bis [[1945]] untersucht. Zuvor hatte man die problematische Vergangenheit des Museums unter der Leitung ihres Gründers und langjährigen Direktors Eduard Paul Tratz weitgehend ausgeblendet. Im Jahr 1939 sei das Haus der Natur in das "Ahnenerbe" integriert worden, berichtete der Leiter des Forschungsprojektes, der Zeithistoriker [[Robert Hoffmann]], in den [[Salzburger Nachrichten]]<ref>{{Quelle SN|21. Jänner 2014, online}} Tratz besaß daher den Titel eines Abteilungsleiters der NS-Wissenschaftsorganisation "Ahnenerbe" und hatte sich folgerichtig mit deren Forschungszielen und -vorhaben zu identifizieren.</ref>. | | Seit 2010 wurde erstmals akribisch die Provenienz der Sammlungen mit dem Schwerpunkt in der Zeit von [[1939]] bis [[1945]] untersucht. Zuvor hatte man die problematische Vergangenheit des Museums unter der Leitung ihres Gründers und langjährigen Direktors Eduard Paul Tratz weitgehend ausgeblendet. Im Jahr 1939 sei das Haus der Natur in das "Ahnenerbe" integriert worden, berichtete der Leiter des Forschungsprojektes, der Zeithistoriker [[Robert Hoffmann]], in den [[Salzburger Nachrichten]]<ref>{{Quelle SN|21. Jänner 2014, online}} Tratz besaß daher den Titel eines Abteilungsleiters der NS-Wissenschaftsorganisation "Ahnenerbe" und hatte sich folgerichtig mit deren Forschungszielen und -vorhaben zu identifizieren.</ref>. |
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| | Ähnliche Raubzüge gab es auch in der Akademie der Wissenschaften in Krakau, in Askania Nova in der [[Ukraine]], in Straßburg, im Zoologischen Museum Smolensk oder im Museum Lemberg, wo möglicherweise Reste eines eiszeitlichen Mammuts beschlagnahmt worden sein dürften. Durch Arisierungen gelangten Jagdtrophäen aus dem Besitz des Kunstsammlers Rudolf Gutmann, eine Trophäensammlung von Alphonse und Clarisse Rothschild sowie eine Sammlung südamerikanischer Vögel der Familie Bomstein-Bomi nach Salzburg. Zum Teil wurden diese Bestände schon nach dem Zweiten Weltkrieg schon zurückgegeben, letzte kleine Teile von geringem Wert befinden sich allerdings nach wie vor im Besitz des Museums. | | Ähnliche Raubzüge gab es auch in der Akademie der Wissenschaften in Krakau, in Askania Nova in der [[Ukraine]], in Straßburg, im Zoologischen Museum Smolensk oder im Museum Lemberg, wo möglicherweise Reste eines eiszeitlichen Mammuts beschlagnahmt worden sein dürften. Durch Arisierungen gelangten Jagdtrophäen aus dem Besitz des Kunstsammlers Rudolf Gutmann, eine Trophäensammlung von Alphonse und Clarisse Rothschild sowie eine Sammlung südamerikanischer Vögel der Familie Bomstein-Bomi nach Salzburg. Zum Teil wurden diese Bestände schon nach dem Zweiten Weltkrieg schon zurückgegeben, letzte kleine Teile von geringem Wert befinden sich allerdings nach wie vor im Besitz des Museums. |
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| | + | == Dauerausstellung der Evolution == |
| | + | {{#ev:youtube|tNM4kb6fzvM|280|right|Dauerausstellung der Evolution, 04:23 min Video}} |
| | + | Das Haus der Natur widmet seit Mai [[2022]] eine neue Dauerausstellung der Evolution. Damit übergab Direktor Norbert Winding das Museum an seinem Nachfolger. 400 Quadratmeter Fläche, sechs Räume, mehr als 300 Objekte, zwei Filme, Figurinen und allerlei Informationen - im Salzburger Naturkundemuseum Haus der Natur sind mehr als 3,5 Milliarden Jahre an Evolution im dritten Stock des Gebäudes kompakt zusammengestellt. Dieses letzte Werk hat Winding, am [[15. März]] 2022 65 Jahre alt geworden, seit [[2020]] intensiv beschäftigt. Er betreute die Ausstellung als Kurator, sein Nachfolger Robert Lindner wirkte als Co-Kurator tatkräftig mit. Andreas Zangl (Planer, Szenograf) und der Architekt Markus Meirhofer bereiteten die Schau in großen Dioramen publikumswirksam auf. |
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| | == Direktoren == | | == Direktoren == |
| − | * 1924–1945: Eduard Paul Tratz | + | * [[1924]]–1945: Eduard Paul Tratz |
| | * 1945–1949: Maximilian Piperek | | * 1945–1949: Maximilian Piperek |
| − | * 1949–1976: Eduard Paul Tratz | + | * [[1949]]–1976: Eduard Paul Tratz |
| − | * 1976–2009: Eberhard Stüber | + | * [[1976]]–2009: Eberhard Stüber |
| − | * 2009-2022: [[Norbert Winding]] | + | * [[2009]]-2022: [[Norbert Winding]] |
| − | * seit 2022: [[Robert Lindner]] | + | * seit [[2022]]: [[Robert Lindner]] |
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| | ==Auszeichnung == | | ==Auszeichnung == |
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| | * Homepage Haus der Natur | | * Homepage Haus der Natur |
| | * Universität Wien | | * Universität Wien |
| − | * {{Quelle SN|22. Jänner 2011}} | + | * {{Quelle SN|22. Jänner 2011 und 31. Mai 2022}} |
| | == Einzelnachweise == | | == Einzelnachweise == |
| | <references/> | | <references/> |
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| | [[Kategorie:Naturkundemuseum]] | | [[Kategorie:Naturkundemuseum]] |
| | [[Kategorie:Ausflugsziel]] | | [[Kategorie:Ausflugsziel]] |
| | + | [[Kategorie:Video]] |