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ergänzt vor allem mit Umbau zu "Salzburgs kleinstes Festspielhaus "
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{{Dieser Artikel|beschreibt das nicht mehr bestehende Hotel Mirabell in der Stadt Salzburg. Über ein gleichnamiges Hotel in [[Bad Gastein]] informiert der Artikel [[Hotel Mirabell (Bad Gastein)]].}}
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[[Datei:Kammerspiele Marionettentheater.jpg|thumb|Das Gebäude Schwarzstraße 34, in dem sich heute die Kammerspiele und Marionettentheater befinden.]]
 
[[Bild:Hotel-Mirabell-1900.JPG|thumb|Historische Ansichtskarte "Hotel und Restaurant Mirabell", das vom [[Salzburger Landestheater|Stadttheater]] noch durch die Hannibalgasse getrennt wird.]]
 
[[Bild:Hotel-Mirabell-1900.JPG|thumb|Historische Ansichtskarte "Hotel und Restaurant Mirabell", das vom [[Salzburger Landestheater|Stadttheater]] noch durch die Hannibalgasse getrennt wird.]]
 
[[Bild:Ansichtskarte-Hotel-Mirabell.jpg|thumb|Eine weitere historische Ansichtskarte des "Hotel und Restaurants Mirabell".]]
 
[[Bild:Ansichtskarte-Hotel-Mirabell.jpg|thumb|Eine weitere historische Ansichtskarte des "Hotel und Restaurants Mirabell".]]
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[[Datei:Hotel-Mirabell-1928.JPG|thumb|Historisches Briefpapier des Hotels Mirabell.]]
 
[[Datei:Hotel-Mirabell-1928.JPG|thumb|Historisches Briefpapier des Hotels Mirabell.]]
 
[[Datei:Hotel Bristol Mirabell Central Kino Salzburg.jpg|thumb|Zeitgenössische Werbung der Hotels [[Hotel Bristol|Bristol]] und [[Hotel Mirabell|Mirabell]] 1927.]]
 
[[Datei:Hotel Bristol Mirabell Central Kino Salzburg.jpg|thumb|Zeitgenössische Werbung der Hotels [[Hotel Bristol|Bristol]] und [[Hotel Mirabell|Mirabell]] 1927.]]
Das '''Hotel Mirabell''' befand sich in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]] zwischen dem [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarteum]] und dem [[Salzburger Landestheater]]. Heute wird das Gebäude ''Hannibal-Trakt'' genannt<ref>{{Quelle SN|18. Mai 2020}}</ref> und zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt.
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Das Gebäude '''Schwarzstraße 24''' ist ein historisches Gebäude in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]].
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== Allgemeine Beschreibung ==
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Das Gebäude befindet sich zwischen dem [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarteum]] und dem [[Salzburger Landestheater]]. Heute wird das Gebäude ''Hannibal-Trakt'' genannt<ref>{{Quelle SN|18. Mai 2020}}</ref> und zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt.
    
==Geschichte==
 
==Geschichte==
=== Hotel ===
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=== Das Gebäude als Hotel Mirabell ===
Im Jahr [[1893]] hatte die ''Arco-Zinnebergische [[Hofbräu Kaltenhausen|Brauerei Kaltenhausen]]'' zwischen der damaligen [[Villa Lasser]] (wo heute das Mozarteum steht) und dem damaligen Stadttheater (das heutige Salzburger Landestheater) ein "Restaurations- und Saalgebäude" errichtet, dessen Architekt [[Carl Demel]] und dessen Baumeister [[Valentin Ceconi]] waren.
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Im Jahr [[1893]] hatte die ''Arco-Zinnebergische [[Hofbräu Kaltenhausen|Brauerei Kaltenhausen]]'' zwischen der damaligen [[Villa Lasser]] (an deren Stelle heute das [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarteum]] steht) und dem damaligen Stadttheater (dem heutigen Salzburger Landestheater) ein "Restaurations- und Saalgebäude" errichtet, dessen Architekt [[Carl Demel]] und dessen Baumeister [[Valentin Ceconi]] waren.
    
Am [[8. April]] [[1895]] hielt der [[Thalgau]]er Unternehmer [[Nicolaus Gaertner]] im Hotel einen Vortrag ''über Zinn und dessen Bedeutung''.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18950406&query=%22Hotel+Mirabell%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 6. April 1895, Seite 3</ref>
 
Am [[8. April]] [[1895]] hielt der [[Thalgau]]er Unternehmer [[Nicolaus Gaertner]] im Hotel einen Vortrag ''über Zinn und dessen Bedeutung''.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18950406&query=%22Hotel+Mirabell%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 6. April 1895, Seite 3</ref>
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Am [[14. April]] [[1929]] fand im Hotel Mirabell die vom ''Österreichischen Flugtechnischen Verein'' veranstaltete Flug- und Funkausstellung statt. Dabei wurde das erste in Salzburg von Tischlermeister [[Leopold Preimesberger]] gebaute ''[[Zögling]]''-[[Segelflug]]zeug auf den Namen «Hansl» getauft.<ref>{{Quelle Leitich}}</ref>
 
Am [[14. April]] [[1929]] fand im Hotel Mirabell die vom ''Österreichischen Flugtechnischen Verein'' veranstaltete Flug- und Funkausstellung statt. Dabei wurde das erste in Salzburg von Tischlermeister [[Leopold Preimesberger]] gebaute ''[[Zögling]]''-[[Segelflug]]zeug auf den Namen «Hansl» getauft.<ref>{{Quelle Leitich}}</ref>
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=== Stiftung Mozarteum ===
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=== Kauf durch die Stiftung Mozarteum ===
 
Im Jahr [[1929]] erfolgte der von der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Stiftung Mozarteum]] seit [[1918]] geplante Erwerb des Hotel Mirabells. Das heruntergekommene Hotel wurde [[1930]] einer gründlichen Renovierung unterzogen, bevor es unter der Leitung von Ferdinand Kasznar neu eröffnet wurde.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19300610&query=%22Hotel+Mirabell%22&ref=anno-search&seite=6 ANNO], Salzburger Chronik, Ausgabe vom 10. Juni 1930, Seite 6</ref>
 
Im Jahr [[1929]] erfolgte der von der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Stiftung Mozarteum]] seit [[1918]] geplante Erwerb des Hotel Mirabells. Das heruntergekommene Hotel wurde [[1930]] einer gründlichen Renovierung unterzogen, bevor es unter der Leitung von Ferdinand Kasznar neu eröffnet wurde.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19300610&query=%22Hotel+Mirabell%22&ref=anno-search&seite=6 ANNO], Salzburger Chronik, Ausgabe vom 10. Juni 1930, Seite 6</ref>
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==== Spielcasino ====
 
Zwischen [[1934]] und [[1938]] wurde das Gebäude an das lokale [[Casino Salzburg|Spielcasino]] vermietet.
 
Zwischen [[1934]] und [[1938]] wurde das Gebäude an das lokale [[Casino Salzburg|Spielcasino]] vermietet.
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Seit [[1968]] fanden im Gebäude unter anderem der Schul-, Konzert- und Kursbetrieb des Mozarteums statt.
 
Seit [[1968]] fanden im Gebäude unter anderem der Schul-, Konzert- und Kursbetrieb des Mozarteums statt.
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Im Jahr [[1970]] wurde das Gebäude zur Spielstätte des [[Salzburger Marionettentheater]]s umgebaut, wobei der ehemalige Speisesaal des Hotels Mirabell zum Zuschauerraum mit Bühne umfunktioniert wurde. Die Eröffnung fand am [[11. Juli]] [[1971]] statt.
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==== Salzburgs kleinstes Festspielhaus ====
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''Die Salzburger Marionetten beziehen nach 58 Jahren ein eigenes Haus'' schrieb Gottfried Kraus als Titel seiner ganzseitigen Reportage in den [[Salzburger Nachrichten]] am [[10. Juli]] 1971. Im Jahr [[1970]] wurde das Gebäude zur Spielstätte des [[Salzburger Marionettentheater]]s umgebaut, wobei der ehemalige Speisesaal des Hotels Mirabell zum Zuschauerraum mit Bühne umfunktioniert wurde. Die Eröffnung fand am [[11. Juli]] [[1971]] statt. Aber auch die [[Salzburger Kammerspiele]], die bis dahin das [[Kongresshaus Salzburg]] nutzten, fanden hier eine neue Heimststätte. Mit einer Matinee am Freitag, den [[1. Oktober]] 1971 wurden die Salzburger Kammerspiele mit "Change" von Wolfgang Bauer eröffnet.
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135 Plätze in den Kammerspielen und 360 Plätze im Marionettentheater standen nun zur Verfügung. Während der Wintermonaten, wenn das Marionettentheater pausierte und auf Tournee ging, nutzten das [[Mozarteumorchester Salzburg]] den Saal für Proben. Einziger Wermuttropfen des neuen Umbaus war, dass sich Kammerspiele und Marionettentheater die Garderobe für Besucher teilen mussten und daher nur tageweise abwechseln spielen konnten. In den Räumen des ehemaligen Hotels fanden auch Studienräume und Bibliothek der (damals) Hochschule Mozarteum Platz.
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Der Umbau war vom Salzburger Architekten [[Prof]]. Helmut Sylvester Keidel geplant und ausgeführt worden. Die Kosten beliefen sich auf zehn Millionen [[Schilling]] (~ 726.700 Euro).  
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Ab [[2021]] soll das Gebäude umgebaut werden.
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Ab [[2021]] wurde das Gebäude umgebaut werden.
    
== Anekdoten ==
 
== Anekdoten ==
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* Bauakten zu dem Gebäude Schwarzstraße 24 im Mozart-Archiv der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]]  
 
* Bauakten zu dem Gebäude Schwarzstraße 24 im Mozart-Archiv der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]]  
 
* Andreas Weigel ''James Joyces Aufenthalte in Österreich'', Innsbruck (1928), Salzburg (1928) und Feldkirch (1915, 1932); Michael Ritter (Hrsg.) ''praesent 2006. Das österreichische Literaturjahrbuch. Das literarische Geschehen in Österreich von Juli 2004 bis Juni 2005'', Seiten 93–105,  Wien: ''präsens 2006'', Seite 100 ff
 
* Andreas Weigel ''James Joyces Aufenthalte in Österreich'', Innsbruck (1928), Salzburg (1928) und Feldkirch (1915, 1932); Michael Ritter (Hrsg.) ''praesent 2006. Das österreichische Literaturjahrbuch. Das literarische Geschehen in Österreich von Juli 2004 bis Juni 2005'', Seiten 93–105,  Wien: ''präsens 2006'', Seite 100 ff
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* [https://www.sn.at/archivsn?img=wLNKZF6DjRC3Wvzc0JzJkSKV3hDHadRv7VIk07qebxHJTU1Gh1azsAB3M%2B38LLOdxVbzBNNCVpKrkAINprh5%2F%2BlnUWPUc1OM%2FbUgs9HnDuZgDN8TKFV1aGhxCEZcZwGR&id1=19880608_21&q=%2522Salzburger%2520Marionettentheater%2522#slide15 www.sn.at], Archiv der [[Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 10. Juli 1971
    
==== Einzelnachweise ====
 
==== Einzelnachweise ====