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| | Die Realisierung größerer Vorhaben wird aber erst durch Beteiligung von Bund, Land und Gemeinden und das Engagement vieler Freiwilliger möglich. Gemeinsam mit [[Landeskonservator]]in [[Eva Hody]], dem Tiroler Vertreter des Bundesdenkmalamtes, dem Bauamt und weiteren Fachleuten bildet Roland Kerschbaum die diözesane „Kommission für Kunst und Denkmalpflege“. Eine wichtige Vorarbeit für Renovierungsprojekte ist für ihn das Erkunden der manchmal widersprüchlichen Interessen. „''[[Denkmalschutz]] und Erfordernisse des Gemeindelebens, persönliche Vorstellungen der Beteiligten und natürlich die entstehenden Kosten – das sind Faktoren, die den notwendigen Interessensausgleich nicht immer leicht machen.''“ Dabei helfen ihm die Erfahrungen aus seinem zweiten Beruf, er ist Pfarrer der Gemeinde [[Elsbethen]]. Diese beiden Aufgaben sieht er als Einheit. Auch die religiöse Kunst dient der Seelsorge, sie ist „nonverbale Verkündigung“, sagt Kerschbaum. In theologischer Sicht fühlt er sich weder konservativen noch progressiven Strömungen zugehörig. „Lagerdenken“ ist nicht seines, und er stellt fest: „''Manchmal sind auch „liberale“ Geister in ihren Anschauungen sehr konservativ und festgefahren.''“ | | Die Realisierung größerer Vorhaben wird aber erst durch Beteiligung von Bund, Land und Gemeinden und das Engagement vieler Freiwilliger möglich. Gemeinsam mit [[Landeskonservator]]in [[Eva Hody]], dem Tiroler Vertreter des Bundesdenkmalamtes, dem Bauamt und weiteren Fachleuten bildet Roland Kerschbaum die diözesane „Kommission für Kunst und Denkmalpflege“. Eine wichtige Vorarbeit für Renovierungsprojekte ist für ihn das Erkunden der manchmal widersprüchlichen Interessen. „''[[Denkmalschutz]] und Erfordernisse des Gemeindelebens, persönliche Vorstellungen der Beteiligten und natürlich die entstehenden Kosten – das sind Faktoren, die den notwendigen Interessensausgleich nicht immer leicht machen.''“ Dabei helfen ihm die Erfahrungen aus seinem zweiten Beruf, er ist Pfarrer der Gemeinde [[Elsbethen]]. Diese beiden Aufgaben sieht er als Einheit. Auch die religiöse Kunst dient der Seelsorge, sie ist „nonverbale Verkündigung“, sagt Kerschbaum. In theologischer Sicht fühlt er sich weder konservativen noch progressiven Strömungen zugehörig. „Lagerdenken“ ist nicht seines, und er stellt fest: „''Manchmal sind auch „liberale“ Geister in ihren Anschauungen sehr konservativ und festgefahren.''“ |
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| − | Roland Kerschbaum wuchs in einer religiös interessierten Familie in der Stadt Salzburg auf. Sein Bruder hat, so wie der Vater, einen technischen Beruf ergriffen. Er selbst war schon als Kind von der Kunst, Geschichte und Architektur, die ihn in der Altstadt umgaben, fasziniert. Sein Arbeitgeber, die Diözese, hat ihm ermöglicht, neben dem Beruf als Pfarrer noch das Geschichte- und Kunstgeschichtestudium abzuschließen. Im Mai 2017 promovierte er bei [[Professor|Univ.-Prof.]] Dr. [[Andrea Gottdang]] mit einer Dissertation über „''Kirchenkunst des [[19. Jahrhundert]]s in der Erzdiözese Salzburg - Erhaltenes, Verschwundenes, Wiedererstandenes''“. Anhand mehrerer ausgewählter Kirchenbauten des Salzburger Landes stellt er die verschiedenen Stilrichtungen des [[Gründerzeit|Historismus]] wie Neoromanik, Neogotik, Neorenaissance dar. Besonders geht er dabei auf theologische und geistesgeschichtliche Faktoren ein, die in der kirchlichen Kunst dieser Zeit ihren Niederschlag gefunden haben, zum Beispiel Herz-Jesu-Verehrung oder Marienfrömmigkeit. „''Das bessere Verständnis der Zeit und der gesellschaftlichen sowie religiösen Zusammenhänge kann auch die Kunst des 19. Jahrhunderts besser verstehbar machen.''“ So möchte er vor einer gewissen Kurzsichtigkeit im Umgang mit vergangenen Epochen bewahren, die schon zu vielen Ausräumungen von Kirchen des Historismus geführt hat. Um der Gegenwartskunst in den Salzburger Kirchen den gebührenden Raum zu geben, kann sich der Diözesankonservator neben bereits bestehenden Initiativen die Durchführung künstlerischer Wettbewerben zur Behandlung bestimmten religiösen Themen auseinanderzusetzen. | + | Roland Kerschbaum wuchs in einer religiös interessierten Familie in der Stadt Salzburg auf. Sein Bruder hat, so wie der Vater, einen technischen Beruf ergriffen. Er selbst war schon als Kind von der Kunst, Geschichte und Architektur, die ihn in der Altstadt umgaben, fasziniert. Sein Arbeitgeber, die Diözese, hat ihm ermöglicht, neben dem Beruf als Pfarrer noch das Geschichte- und Kunstgeschichtestudium abzuschließen. Im Mai 2017 promovierte er bei [[Professor|Univ.-Prof.]] Dr. [[Andrea Gottdang]] mit einer Dissertation über „''Kirchenkunst des [[19. Jahrhundert]]s in der Erzdiözese Salzburg − Erhaltenes, Verschwundenes, Wiedererstandenes''“ zum Doktor der Philosophie. Anhand mehrerer ausgewählter Kirchenbauten des Salzburger Landes stellt er die verschiedenen Stilrichtungen des [[Historismus]] wie Neoromanik, Neogotik, Neorenaissance dar. Besonders geht er dabei auf theologische und geistesgeschichtliche Faktoren ein, die in der kirchlichen Kunst dieser Zeit ihren Niederschlag gefunden haben, zum Beispiel Herz-Jesu-Verehrung oder Marienfrömmigkeit. „''Das bessere Verständnis der Zeit und der gesellschaftlichen sowie religiösen Zusammenhänge kann auch die Kunst des 19. Jahrhunderts besser verstehbar machen.''“ So möchte er vor einer gewissen Kurzsichtigkeit im Umgang mit vergangenen Epochen bewahren, die schon zu vielen Ausräumungen von Kirchen des Historismus geführt hat. Um der Gegenwartskunst in den Salzburger Kirchen den gebührenden Raum zu geben, kann sich der Diözesankonservator neben bereits bestehenden Initiativen die Durchführung künstlerischer Wettbewerben zur Behandlung bestimmten religiösen Themen auseinanderzusetzen. |
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| | Viel Zeit nimmt sich Roland Kerschbaum auch für Kirchenführungen. „''Kürzlich war ich wieder mit Salzburger Fremdenführern unterwegs. Sie erzählen mir, dass besonders Gäste aus anderen Kulturen sich für unsere alten Symbole und Rituale interessieren. Es bedeutet mir viel, diesen Aspekt unserer Kultur zu vermitteln und weiterzugeben. Kirchen sind ja die ältesten Religionsbücher unseres Landes mit einer wichtigen spirituellen Botschaft.''“ | | Viel Zeit nimmt sich Roland Kerschbaum auch für Kirchenführungen. „''Kürzlich war ich wieder mit Salzburger Fremdenführern unterwegs. Sie erzählen mir, dass besonders Gäste aus anderen Kulturen sich für unsere alten Symbole und Rituale interessieren. Es bedeutet mir viel, diesen Aspekt unserer Kultur zu vermitteln und weiterzugeben. Kirchen sind ja die ältesten Religionsbücher unseres Landes mit einer wichtigen spirituellen Botschaft.''“ |
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| | * [[Salzburger Nachrichten]], | | * [[Salzburger Nachrichten]], |
| | ** insbesondere Artikel [https://www.uni-salzburg.at/fileadmin/multimedia/PR_Kommunikation/documents/SN-Beilage_Dez_17/UN-14-16.pdf „Erhaltenes, Verschwundenes, Wiedererstandenes“], 9. Dezember 2017, S. 14 | | ** insbesondere Artikel [https://www.uni-salzburg.at/fileadmin/multimedia/PR_Kommunikation/documents/SN-Beilage_Dez_17/UN-14-16.pdf „Erhaltenes, Verschwundenes, Wiedererstandenes“], 9. Dezember 2017, S. 14 |
| | + | == Einzelnachweise == |
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| − | |AMT= [[Pfarrer von Dürrnberg|Pfarrprovisor]] von [[Bad Dürrnberg]] | + | |AMT= [[Pfarrer von Dürrnberg|Pfarrprovisor]] von [[Pfarre Dürrnberg|Dürrnberg]] |
| | |ZEIT= 1998–2001 | | |ZEIT= 1998–2001 |
| | |VORGÄNGER=[[August Fuchsberger]] | | |VORGÄNGER=[[August Fuchsberger]] |
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| | [[Kategorie:Elsbethen]] | | [[Kategorie:Elsbethen]] |
| | [[Kategorie:Flachgau]] | | [[Kategorie:Flachgau]] |
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