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| | [[Bild:Haus_der_Natur2.jpg|thumb|Halle "Welt der Meere"]] | | [[Bild:Haus_der_Natur2.jpg|thumb|Halle "Welt der Meere"]] |
| | [[Bild:Haus_der_Natur3.jpg|thumb|Weltraumhalle]] | | [[Bild:Haus_der_Natur3.jpg|thumb|Weltraumhalle]] |
| − | Das '''Haus der Natur''' ist ein naturkundliches Museum in der [[Altstadt]] von [[Salzburg]]. Es ist Mitglied der Dachmarke [[Hello salzburg|hello salzburg]]. | + | Das '''Haus der Natur''' ist ein naturkundliches Museum in der [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]]. Es ist Mitglied der Dachmarke [[Hello salzburg|hello salzburg]]. |
| − | Auf mehr als 7.000 m² zeigt das sehr vielseitige und sehr beliebte Museum von faszinierenden Unterwasserwelten und lebenden Reptilien bis zur Weltraumhalle und zum Science Center. | + | Auf mehr als 7 000 m² zeigt das sehr vielseitige und sehr beliebte Museum von faszinierenden Unterwasserwelten und lebenden Reptilien bis zur Weltraumhalle und zum Science Center. |
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| | ==Die Forschung== | | ==Die Forschung== |
| − | Die wissenschaftlichen Sammlungen reichen bis ins 19., vereinzelt auch bis ins 18. Jahrhundert zurück. Diese unersetzlichen Sammlungen am Haus der Natur mit zahlreichen Belege aus dem Bundesland Salzburg aber auch auch anderen Teilen der Erde, benötigt eine aufwändige Betreuung. | + | Die wissenschaftlichen Sammlungen reichen bis ins [[19. Jahrhundert|19.]], vereinzelt auch bis ins [[18. Jahrhundert]] zurück. Diese unersetzlichen Sammlungen am Haus der Natur mit zahlreichen Belege aus dem [[Bundesland Salzburg]] aber auch auch anderen Teilen der Erde, benötigt eine aufwändige Betreuung. |
| − | *Die botanische Sammlungen enthält z.B. über 200.000 Belege von getrockneten Pflanzen und Pilzen.
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| − | *Die Säugetiersammlung besteht aus über 6.000 Belegen, vor allem Stopfpräparate, Bälge, Felle, Skelette und Knochen.
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| − | *Ähnlich umfangreich ist die Vogelsammlung mit zahlreichen Balgsammlung von Eduard Paul Tratz und von etzwa tausend Belegen des Ornithologen Viktor Tschusi zu Schmidhoffen (1847–1924).
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| − | *In der entomologischen Sammlung werden rund 500.000 Insektenbelege aufbewahrt, großtTeis aus dem Bundesland Salzburg
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| − | *Die mineralogisch-geologische Sammlung zeigt über 18.000 Minerale und 12.000 geologisch-paläontologische Präparate.
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| − | *Die speläologische Sammlung dokumentiert über 100 Jahre Höhlenforschung im Land Salzburg
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| − | == weitere Forschungsprojekte mit Partnern aus Stadt und Land Salzburg == | + | * Die botanische Sammlungen enthält z.B. über 200 000 Belege von getrockneten Pflanzen und Pilzen. |
| | + | * Die Säugetiersammlung besteht aus über 6 000 Belegen, vor allem Stopfpräparate, Bälge, Felle, Skelette und Knochen. |
| | + | * Ähnlich umfangreich ist die Vogelsammlung mit zahlreichen Balgsammlung von [[Eduard Paul Tratz]] und von etwa tausend Belegen des Ornithologen [[Viktor Tschusi zu Schmidhoffen]] (* [[1847]]; † [[1924]]). |
| | + | * In der entomologischen Sammlung werden rund 500 000 Insektenbelege aufbewahrt, größtenteils aus dem Bundesland Salzburg |
| | + | * Die mineralogisch-geologische Sammlung zeigt über 18 000 Minerale und 12 000 geologisch-paläontologische Präparate. |
| | + | * Die speläologische Sammlung dokumentiert über 100 Jahre Höhlenforschung im Land Salzburg |
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| | + | === Weitere Forschungsprojekte mit Partnern aus Stadt und Land Salzburg === |
| | * [[Biodiversitätsdatenbank des Landes Salzburg]] | | * [[Biodiversitätsdatenbank des Landes Salzburg]] |
| | * [[Biodiversitätsdatenbank des Nationalparks Hohe Tauern]] | | * [[Biodiversitätsdatenbank des Nationalparks Hohe Tauern]] |
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| | * [[Nationalparkinstitut]] | | * [[Nationalparkinstitut]] |
| | * Naturwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften: | | * Naturwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften: |
| − | :Entomologische Arbeitsgemeinschaft, Ornithologische Arbeitsgemeinschaft, Herpetologische Arbeitsgemeinschaft, Botanische Arbeitsgemeinschaft, Arbeitsgruppe für Mineralogie und Paläontologie, Astronomische Arbeitsgemeinschaft | + | : Entomologische Arbeitsgemeinschaft, Ornithologische Arbeitsgemeinschaft, Herpetologische Arbeitsgemeinschaft, Botanische Arbeitsgemeinschaft, Arbeitsgruppe für Mineralogie und Paläontologie, Astronomische Arbeitsgemeinschaft |
| | * [[Christian Doppler Forschungs- und Gedenkstätte]] | | * [[Christian Doppler Forschungs- und Gedenkstätte]] |
| | * [[Sternwarte Haunsberg]] | | * [[Sternwarte Haunsberg]] |
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| | ==Die Arbeitsgemeinschaften== | | ==Die Arbeitsgemeinschaften== |
| − | * Herpetologische Arbeitsgemeinschaft https://www.hausdernatur.at › herpag | + | * Herpetologische Arbeitsgemeinschaft |
| | Sie beschäftigt sich mit der Erforschung und mit dem Schutz der Amphibien und Reptilien Salzburgs | | Sie beschäftigt sich mit der Erforschung und mit dem Schutz der Amphibien und Reptilien Salzburgs |
| − | *Arbeitsgemeinschaft Botanik https://www.hausdernatur.at › botanik | + | * Arbeitsgemeinschaft Botanik |
| | Seit 2006 am Haus der Natur erforscht Arbeitsgemeinschaft die heimische Pflanzenwelt von den Alpengipfeln bis zum Tiefland. | | Seit 2006 am Haus der Natur erforscht Arbeitsgemeinschaft die heimische Pflanzenwelt von den Alpengipfeln bis zum Tiefland. |
| − | * Arbeitsgemeinschaft Entomologie https://www.hausdernatur.at › entomologie | + | * Arbeitsgemeinschaft Entomologie |
| | Seit 1968 beschäftigt sich die Arbeitsgemeinschaft mit der Erfassung der vielfältigen Insektenwelt des Bundeslandes Salzburg | | Seit 1968 beschäftigt sich die Arbeitsgemeinschaft mit der Erfassung der vielfältigen Insektenwelt des Bundeslandes Salzburg |
| − | * Arbeitsgemeinschaft Malakologie https://www.hausdernatur.at › malakologie | + | * Arbeitsgemeinschaft Malakologie |
| | Die Malakologische Arbeitsgemeinschaft beschäftigt sich seit Anfang 2014 mit der Biologie, Ökologie und dem Schutz der Mollusken des Bundeslandes | | Die Malakologische Arbeitsgemeinschaft beschäftigt sich seit Anfang 2014 mit der Biologie, Ökologie und dem Schutz der Mollusken des Bundeslandes |
| − | *Arbeitsgruppe Astronomie am Haus der Natur - https://www.hausdernatur.at › astronomie | + | * Arbeitsgruppe Astronomie am Haus der Natur |
| | Arbeitsgemeinschaft Astronomie trifft sich an jedem letzten Freitagabend im Monat vzu einem „Astro-Abend“ auf der Sternwarte. Vorträge und Erfahrungsaustausch stehen im Mittelpunkt. . | | Arbeitsgemeinschaft Astronomie trifft sich an jedem letzten Freitagabend im Monat vzu einem „Astro-Abend“ auf der Sternwarte. Vorträge und Erfahrungsaustausch stehen im Mittelpunkt. . |
| − | * Ornithologische Arbeitsgemeinschaft https://www.hausdernatur.at › ornithologie | + | * Ornithologische Arbeitsgemeinschaft |
| | Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft widmet sich der Erforschung der Vogelwelt Salzburgs und der Dokumentation von Veränderungen des Vogelbestandes. | | Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft widmet sich der Erforschung der Vogelwelt Salzburgs und der Dokumentation von Veränderungen des Vogelbestandes. |
| − | * Mineralogie und Paläontologie https://www.hausdernatur.at › mineralogie-und-palaeontologie | + | * Mineralogie und Paläontologie |
| − | Diese Gemeinschaft vermittelt und erforscht die Vielfalt der Minerale und Fossilien im Land Salzburg. | + | Diese Gemeinschaft vermittelt und erforscht die Vielfalt der [[Mineralien|Minerale]] und [[Fossilien]] im Land Salzburg. |
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| | ==Die Sternwerte== | | ==Die Sternwerte== |
| − | Das Haus der Natur führt am Haunsberg, im Norden der der Stadt Salzburg, eine der leistungsstärksten öffentlichen Sternwarten Europas. Das Haus der Natur will möglichst viele Menschen für Astronomie und Weltraumforschung begeistern | + | Das Haus der Natur führt am [[Haunsberg]], im Norden der der Stadt Salzburg, eine der leistungsstärksten öffentlichen Sternwarten Europas, die [[VEGA Sternwarte Haus der Natur]]. Das Haus der Natur will möglichst viele Menschen für Astronomie und Weltraumforschung begeistern Die Finanzierung wurde zu etwa zwei Drittel von privaten Sponsoren und Spendern getragen. 30 % der Mittel waren öffentliche Gelder. |
| − | Die Finanzierung wurde zu etwa zwei Drittel von privaten Sponsoren und Spendern getragen. 30% der Mittel waren öffentliche Gelder. | |
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| | == Ausstellungen == | | == Ausstellungen == |
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| | * Lebens-Gefahr? Die (un)erschöpfliche Vielfalt der Natur, Laufzeit: bis Ende Mai 2012 | | * Lebens-Gefahr? Die (un)erschöpfliche Vielfalt der Natur, Laufzeit: bis Ende Mai 2012 |
| | * Teilchen.at: Von den kleinsten Teilchen zur größten Maschine der Welt am CERN, Laufzeit: bis 4. März 2012 | | * Teilchen.at: Von den kleinsten Teilchen zur größten Maschine der Welt am CERN, Laufzeit: bis 4. März 2012 |
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| | == Lebende Tiere im Haus der Natur == | | == Lebende Tiere im Haus der Natur == |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Dr. [[Eduard Paul Tratz]] gründete [[1924]] das ''Haus der Natur'' als "Erlebniswelt", es war zunächst in einem Teil des heutigen Großen Festspielhauses untergebracht. Somit wird das Museum in wenigen Jahren sein hundertjähriges Jubiläum feiern. Historisch bedeutsam sind aber die sieben Jahr dauernde [[NS-Zeit]]. Daher wird auf die vielfältigen Jahrzehnte des Auf- und Ausbaues abseits der NS-Zeit hier nicht näher eingegangen. Wegen des Baues des [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]] musste [[1956]] das ''Haus der Natur'' aus den Räumen an der [[Hofstallgasse]] in das Gebäude des alten [[Ursulinenkloster Stadt Salzburg|Ursulinenkloster]] nahe der [[Salzach]] umziehen. [[2008]] begann der Umbau der ehemaligen Räume des Salzburger Museums Carolino-Augusteum (jetzt [[Salzburg Museum]]), [[2009]] wurde das erweiterte Haus wieder eröffnet. Der Umbau führte [[2010]] zu einem Besucherrekord von 366 678 Besuchern. | + | Dr. [[Eduard Paul Tratz]] gründete [[1924]] das ''Haus der Natur'' als "Erlebniswelt", es war zunächst in einem Teil des [[Hofmarstall]]s, des heutigen [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]] untergebracht. Somit wird das Museum in wenigen Jahren sein hundertjähriges Jubiläum feiern. Historisch bedeutsam sind aber die sieben Jahr dauernde [[NS-Zeit]]. Wegen des Baues des Großen Festspielhauses musste [[1956]] das ''Haus der Natur'' aus den Räumen an der [[Hofstallgasse]] in das Gebäude des alten [[Ursulinenkloster Stadt Salzburg|Ursulinenklosters]] nahe der [[Salzach]] umziehen. [[2008]] konnten die ehemaligen Räume des Salzburger Museums Carolino-Augusteum (jetzt [[Salzburg Museum]]) für das ''Haus der Natur'' adaptiert werden, [[2009]] wurde das erweiterte Haus wieder eröffnet. Der Umbau führte [[2010]] zu einem Besucherrekord von 366 678 Besuchern. |
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| | === Das Haus der Natur in der NS-Zeit === | | === Das Haus der Natur in der NS-Zeit === |
| − | Mit Hilfe der deutschen Historikerin und Museumsexpertin Susanne Köstering begann das Haus der Natur Anfang 2013 seine NS-Geschichte aufzuarbeiten. Dazu befand sich die Expertin zwei Monate in Salzburg. Die Ergebnisse waren im Herbst 2013 in einer Ausstellung zu sehen und 2014 erscheint ein Buch darüber. Die Vorgänge in der NS-Zeit hat aber auch eine Arbeitsgruppe im Salzburger Haus der Natur aufgearbeitet. | + | Mit Hilfe der deutschen Historikerin und Museumsexpertin Susanne Köstering begann das Haus der Natur Anfang 2013 seine NS-Geschichte aufzuarbeiten. Dazu befand sich die Expertin zwei Monate in Salzburg. Die Ergebnisse waren im Herbst 2013 in einer Ausstellung zu sehen und 2014 erschien ein Buch darüber. Die Vorgänge in der NS-Zeit hatte aber auch eine Arbeitsgruppe im Salzburger Haus der Natur aufgearbeitet. |
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| − | Ungewöhnlich eng verlief die Beziehung mit dem Namen Eduard Paul Tratz, wie Köstering feststellt. Sie wird aber noch genau seine Rolle im [[Nationalsozialismus]] an Hand der Unterlagen in den Salzburger Archiven untersuchen. Ihr ist es wichtig zu klären, wie stark er eingebunden war und welche Inhalte des Nationalsozialismus er für seine Ausstellungen übernommen hatte. Als entscheidende Zäsur sieht Köstering den Umzug des Museums 1959 vom Salzburger Festspielhaus an den heutigen Standort. Denn auch hier sieht die Expertin Erklärungsbedarf, ob die Annahme, dass aufgrund der personellen Kontinuität keine richtig kritische und aktive Auseinandersetzung stattgefunden hatte, ob und wie viel ''aufgearbeitet und mitgeschleppt'' wurde, zutreffend ist<ref>{{Quelle SW-SN|18. Jänner 2013}}</ref>. | + | Ungewöhnlich eng verlief die Beziehung mit dem Namen Eduard Paul Tratz, wie Köstering feststellt. Sie wird aber noch genau seine Rolle im [[Nationalsozialismus]] an Hand der Unterlagen in den Salzburger Archiven untersuchen. Ihr ist es wichtig zu klären, wie stark er eingebunden war und welche Inhalte des Nationalsozialismus er für seine Ausstellungen übernommen hatte. Als entscheidende Zäsur sieht Köstering den Umzug des Museums 1956 vom Salzburger Festspielhaus an den heutigen Standort. Denn auch hier sieht die Expertin Erklärungsbedarf, ob die Annahme, dass aufgrund der personellen Kontinuität keine richtig kritische und aktive Auseinandersetzung stattgefunden hatte, ob und wie viel ''aufgearbeitet und mitgeschleppt'' wurde, zutreffend ist<ref>{{Quelle SW-SN|18. Jänner 2013}}</ref>. |
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| − | 2014 wurden die letzten noch im Haus verbliebenen Raubgut-Objekte an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben, soweit die Eigentümer ein Interesse daran besaßen. Von den rund 900 000 Objekten in der Sammlung des Museums ist nur ein sehr kleiner und wenig wertvoller Teil betroffen. Viele Dinge wurden schon in der Zeit nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] restituiert. Rund 1 000 Bücher, 200 Jagdtrophäen, rund 150 Tierpräparate und einige eiszeitliche Funde wie Mammutknochen, die in der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig angeeignet wurden, müssen noch zurückgegeben werden, soweit der Eigentümer ein Interesse daran besitzt. | + | 2014 wurden die letzten noch im Haus verbliebenen Raubgut-Objekte an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben, soweit die Eigentümer ein Interesse daran besaßen. Von den rund 900 000 Objekten in der Sammlung des Museums war nur ein sehr kleiner und wenig wertvoller Teil betroffen. Viele Dinge wurden schon in der Zeit nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] restituiert. Rund 1 000 Bücher, 200 Jagdtrophäen, rund 150 Tierpräparate und einige eiszeitliche Funde wie Mammutknochen, die in der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig angeeignet wurden, müssen noch zurückgegeben werden, soweit der Eigentümer ein Interesse daran besitzt. |
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| − | Seit 2010 wurde erstmals akribisch die Provenienz der Sammlungen mit dem Schwerpunkt in der Zeit von 1939 bis 1945 untersucht. Zuvor hatte man die problematische Vergangenheit des Museums unter der Leitung ihres Gründers und langjährigen Direktors Eduard Paul Tratz weitgehend ausgeblendet. Im Jahr 1939 sei das Haus der Natur in das "Ahnenerbe" integriert worden, berichtete der Leiter des Forschungsprojektes, der Zeithistoriker [[Robert Hoffmann]], in den [[Salzburger Nachrichten]]<ref>{{Quelle SN|21. Jänner 2014, online}} Tratz besaß daher den Titel eines Abteilungsleiters der NS-Wissenschaftsorganisation "Ahnenerbe" und hatte sich folgerichtig mit deren Forschungszielen und -vorhaben zu indentifizieren.</ref>. | + | Seit 2010 wurde erstmals akribisch die Provenienz der Sammlungen mit dem Schwerpunkt in der Zeit von [[1939]] bis [[1945]] untersucht. Zuvor hatte man die problematische Vergangenheit des Museums unter der Leitung ihres Gründers und langjährigen Direktors Eduard Paul Tratz weitgehend ausgeblendet. Im Jahr 1939 sei das Haus der Natur in das "Ahnenerbe" integriert worden, berichtete der Leiter des Forschungsprojektes, der Zeithistoriker [[Robert Hoffmann]], in den [[Salzburger Nachrichten]]<ref>{{Quelle SN|21. Jänner 2014, online}} Tratz besaß daher den Titel eines Abteilungsleiters der NS-Wissenschaftsorganisation "Ahnenerbe" und hatte sich folgerichtig mit deren Forschungszielen und -vorhaben zu identifizieren.</ref>. |
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| − | Tratz als Museumsleiter hatte in der Zeit des Nationalsozialismus unter anderem auch drei Quellen genutzt, um zu neuen Objekten für Salzburg zu kommen: Er nutzte beschlagnahmte Bestände kirchlicher Einrichtungen, beteiligte sich an Raubzügen in besetzten Gebieten und profitierte von Arisierungen naturwissenschaftlicher Sammlungen. So wurde 1938 die Schulbibliothek des kirchlichen Salzburger [[Borromäum]]s enteignet, 1939 die [[Missionsschwestern vom heiligen Petrus Claver]] ([[Missionshaus Maria Sorg der St. Petrus Claver Sodalität|Missionshaus Maria Sorg]]), die in Salzburg eine kleine Afrikasammlung besaßen. Im Jahr 1939 nahm Tratz am "Kommando Paulsen" des Ahnenerbes in Krakau und Warschau teil. Einige Objekte des Anatomischen Instituts und des Naturhistorischen Museums in Warschau gingen nach Salzburg. | + | Tratz als Museumsleiter hatte in der Zeit des Nationalsozialismus unter anderem auch drei Quellen genutzt, um zu neuen Objekten für Salzburg zu kommen: Er nutzte beschlagnahmte Bestände kirchlicher Einrichtungen, beteiligte sich an Raubzügen in besetzten Gebieten und profitierte von Arisierungen naturwissenschaftlicher Sammlungen. So wurde [[1938]] die Schulbibliothek des kirchlichen Salzburger [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|Borromäums]] enteignet, 1939 die [[Missionsschwestern vom heiligen Petrus Claver]] ([[Missionshaus Maria Sorg der St. Petrus Claver Sodalität|Missionshaus Maria Sorg]]), die in Salzburg eine kleine Afrikasammlung besaßen. Im Jahr 1939 nahm Tratz am "Kommando Paulsen" des Ahnenerbes in Krakau und Warschau teil. Einige Objekte des Anatomischen Instituts und des Naturhistorischen Museums in Warschau gingen nach Salzburg. |
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| − | Ähnliche Raubzüge gab es auch in der Akademie der Wissenschaften in Krakau, in Askania Nova in der Ukraine, in Straßburg, im Zoologischen Museum Smolensk oder im Museum Lemberg, wo möglicherweise Reste eines eiszeitlichen Mammuts beschlagnahmt worden sein dürften. Durch Arisierungen gelangten Jagdtrophäen aus dem Besitz des Kunstsammlers Rudolf Gutmann, eine Trophäensammlung von Alphonse und Clarisse Rothschild sowie eine Sammlung südamerikanischer Vögel der Familie Bomstein-Bomi nach Salzburg. Zum Teil wurden diese Bestände schon nach dem Zweiten Weltkrieg schon zurückgegeben, letzte kleine Teile von geringem Wert befinden sich allerdings nach wie vor im Besitz des Museums. | + | Ähnliche Raubzüge gab es auch in der Akademie der Wissenschaften in Krakau, in Askania Nova in der [[Ukraine]], in Straßburg, im Zoologischen Museum Smolensk oder im Museum Lemberg, wo möglicherweise Reste eines eiszeitlichen Mammuts beschlagnahmt worden sein dürften. Durch Arisierungen gelangten Jagdtrophäen aus dem Besitz des Kunstsammlers Rudolf Gutmann, eine Trophäensammlung von Alphonse und Clarisse Rothschild sowie eine Sammlung südamerikanischer Vögel der Familie Bomstein-Bomi nach Salzburg. Zum Teil wurden diese Bestände schon nach dem Zweiten Weltkrieg schon zurückgegeben, letzte kleine Teile von geringem Wert befinden sich allerdings nach wie vor im Besitz des Museums. |
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