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| − | <!--[[Datei:Städtisches Wasserwerk|thumb|Städtisches Wasserwerk]]-->
| + | Das '''Städtisches Wasserwerk''' war zwischen [[1875]] und [[1922]] eine Fürsorgeanstalt der [[Stadtgemeinde Salzburg]]. |
| − | Das '''Städtisches Wasserwerk''' war zwischen [[1875]] und [[1922]] eine Fürsorgeanstalt der [[Stadtgemeinde Salzburg]]. Ab 1922 wurde die Wasserversorgung der [[Stadt Salzburg]] ein wirtschaftliches Unternehmen der [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)]], die [[1950]] in [[Salzburger Stadtwerke]] eingebracht wurde, welche später im Jahr [[2000]] in der [[Salzburg AG]] aufging. | |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Die [[Wasserversorgung der Stadt Salzburg]] bereitete auf Grund der Lage am [[Salzach]]-Fluss in der Geschichte etwas weniger Schwierigkeiten als in anderen Städten. Verwendet wurde als Trinkwasser zuerst das Wasser aus Zisternen, vereinzelt aber auch Wasser der wenigen und wenig ergiebigen Quellen des nahen [[Mönchsberg|Mönchs]]- und [[Kapuzinerberg]]s. In der Stadt verstreut befanden sich mehr als hundert Zisternen. Die [[Fürsterzbischöfe]] ließen sich aus [[Fürstenbrunn]] schon im [[Mittelalter]] durch eigene Reiter frisches Quellwasser bringen. Die klaren Bergquellen in der näheren Umgebung (Gersberg, Untersberg) lockten schon frühzeitig, diese für die Versorgung in der Stadt zu verwenden. Durch den Bau des Almkanales wurde zudem die Zuleitung von Brauchwasser, aber über Roher auch von Trink- und ermöglicht. | + | Die [[Wasserversorgung der Stadt Salzburg]] der [[Stadt Salzburg]] war wegen der [[Salzach]] einfacher als in anderen Städten. Im [[Mittelalter]] wurde das Regenwasser in Zisternen gesammelt und der [[Almkanal]] versorgte zunächst den [[St.-Peter-Bezirk]], später dann auch weitere Teile der [[Altstadt]]. Vereinzelt aber auch Wasser der wenigen und wenig ergiebigen Quellen des nahen [[Mönchsberg|Mönchs]]- und [[Kapuzinerberg]]s. In der Stadt verstreut befanden sich mehr als hundert Zisternen. Die [[Fürsterzbischöfe]] ließen sich bereits im Mittelalter vom [[Untersbergstock] aus [[Fürstenbrunn]] durch ''Wasserreiter'' frisches Quellwasser bringen. Die klaren Bergquellen in der näheren Umgebung ([[Gersberg]], Untersberg) lockten schon frühzeitig, diese für die Versorgung in der Stadt zu verwenden. Durch den Bau des Almkanales wurde zudem die Zuleitung von Brauchwasser, aber über Roher auch von Trink- und ermöglicht. |
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| − | Erstmals wurde nach 1485 eine Wasserleitung vom Gersberg in die Stadt zum Marktbrunnen am Alten MArkt) errichtet. Damit stand nun für die Bevölkerung zumindest ein [[Trinkwasserbrunnen in der Stadt Salzburg|Brunnen]] zur Verfügung. | + | Erstmals wurde nach 1485 eine Wasserleitung vom Gersberg in die Stadt zum [[Florianibrunnen (Alter Markt)|Marktbrunnen]] am [[Alten Markt]] errichtet. Damit stand nun für die Bevölkerung zumindest ein [[Trinkwasserbrunnen in der Stadt Salzburg|Brunnen]] zur Verfügung. |
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| − | Erste Brunnstuben der Stadt sammelten das Wasser in Becken und dienten als Wasserreserve sowie zur Brandbekämpfung. 1548 wurde das städtische Brunnhaus am Gries errichtet, ein mit Almkanalwasser betriebenes Schöpfwerk von Grundwasser, das über 100 Brunnen versorgte. | + | Erste Brunnstuben der Stadt sammelten das Wasser in Becken und dienten als Wasserreserve sowie zur Brandbekämpfung. [[1548]] wurde das städtische Brunnhaus am Gries errichtet, ein mit Almkanalwasser betriebenes Schöpfwerk von Grundwasser, das über 100 Brunnen versorgte. |
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| − | [[1654]] fasste Fürsterzbischof [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] den Gedanken, die [[Fürstenbrunner Quellhöhle|Fürstenquelle]] am [[Untersberg]] unter Druck durch eine Wasserleitung aus Holzrohren (Deiceln) in die Stadt zu leiten. Dieser Plan scheiterte in der Folge am hohen Druck und fehlenden Druckausgleichbehältern. Der [[Residenzbrunnen]] hatte lange kein Wasser. Erst das Wasser der Sternweiherquelle aus GHellbrunn schuf Abhilfe. Erstmals stand auch nun für die Bevölkerung ein [[Trinkwasserbrunnen in der Stadt Salzburg|Brunnen]] zur Verfügung, der einem Wasserbecken mit einem Volumen von 2 500 Eimern entsprach.
| + | Ab [[1922]] wurde die Wasserversorgung der [[Stadt Salzburg]] ein wirtschaftliches Unternehmen der [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)]], die [[1950]] in [[Salzburger Stadtwerke]] eingebracht wurde, welche später im Jahr [[2000]] in der [[Salzburg AG]] aufging. Das städtische Wasserwerk befand sich früher an der [[Gaswerkgasse]] in [[Lehen (Stadt Salzburg)|Lehen]]. |
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| − | [[1866]] trat der [[Gemeinderat]] [[Mitglieder des Salzburger Gemeinderates|der Stadt Salzburg]] an den Besitzer der [[Fürstenbrunner Quelle]], den König [[Ludwig II. von Bayern]], mit Bitte um Überlassung von 90 österreichischen Kubikfuß Wasser in der Minute, das entspricht 47,4 Liter pro Sekunde oder rund 1,5 Millionen Kubikmeter im Jahr, heran. Mit Entschließung vom [[13. März]] 1866 bewilligte der König als Schenkung die erbetene Wassermenge der Stadt Salzburg auf immerwährende Zeiten.
| + | == Quelle == |
| − | | + | * Dr. [[Reinhard Medicus]] |
| − | Danach wurde verschiedene Offerte zum Bau der Wasserleitung eingeholt, insbesondere aus Paris, Prag und Frankfurt.
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| − | Etwa [[1872]] - [[1875]] übernahm die Frankfurter Wasserwerksgesellschaft den Bau einschließlich Fassung der Quelle, der 9,2 km langen Rohrleitung, eines 1 000 m³ fassenden Hochbehälter am [[Mönchsberg]] und des Stadtrohrnetzes zum Pauschalbetrag von 400 000 Silbergulden.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18710708&seite=3&zoom=33&query=%22F%C3%BCrstenbrunner%22%2B%22Wasserleitung%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1871]</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18840204&seite=1&zoom=33&query=%22Wasserwerk%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1884/Frankfurter Wasserwerksgesellschaft → Direktor P. Schmick]</ref>
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| − | Am [[31. Oktober]] [[1875]] wurde die neue Fürstenquellen-Wasserleitung an die [[Stadtgemeinde Salzburg]] übergeben.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18940113&seite=17&zoom=33&query=%22Wasserwerk%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1894]</ref> Die jährlichen Betriebskosten wurden, abzüglich der Kosten für die 14 öffentlichen Brunnen, für die Bewässerung der öffentlichen Gärten und für die 111 Hydranten für Gassenbesprengung und die Feuerwehr, als Wasserzins anteilig an die in 416 Häusern mit 2 343 Abnahmestellen befindlichen einzelnen Haushalte weiterverrechnet.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18770220&seite=2&zoom=33&query=%22Wasserzins%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1875]</ref>
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| − | Durch Fassung und Zuleitung auch der [[Gaisberg]]- und [[Gersberg]]quellen wurde Wassernot, verursacht durch den Aufschwung Salzburgs in den [[1870er]] Jahren und die damit einhergehende Bevölkerungszunahme, vorübergehend gebannt.
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| − | Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] waren die Drosselungen der Wassermenge gerade in der Zeit des Meistbedarfes im Sommer zur Unerträglichkeit geworden. Es standen nur 134 Liter pro Kopf und Tag der Bevölkerung zur Verfügung. Daher wurde in den [[1920er]] Jahren ein Projekt zur Nutzung der [[Dachserfallquelle]] und der [[Tricklfallquelle]] des [[Tennengebirge]]s in [[Abtenau]] entwickelt. Aus finanziellen Gründen, der Aufwand hätte rund acht Millionen [[Schilling]] erfordert, wurde davon Abstand genommen.
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| − | Am [[1. April]] [[1922]] wurde das Städtische Wasserwerk, bis dahin eine Fürsorgeanstalt der Stadtgemeinde Salzburg, dem [[Städtisches Gaswerk|Städtischen Gaswerk]] unterstellt.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19230513&seite=2&zoom=33&query=%22st%C3%A4dtisches%22%2B%22Wasserwerk%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1923]</ref>
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| − | == Anmerkung ==
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| − | Die Salzburg AG steht [[2015]] im Eigentum: 42,56 % Land Salzburg, 31,31 % Stadt Salzburg 26,13 % Energie AG Oberösterreich, Service und Beteiligungsverwaltungs GmbH. Aus den Geschäftsbericht der Salzburg AG ist leider nicht herauszulesen, ob die heutige Unternehmenssparte "Wasser" nach wirtschaftlichen oder Gemeinwohl-orientierten, öffentlich-rechtlichen oder privatwirtschaftlichen Grundlagen (aktienrechtlichen oder genossenschaftlichen Rahmenbedingungen) geführt wird.
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| − | == Quellen ==
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| − | * [[Das Buch der Stadt Salzburg]]: ''Die Städtischen Wasserwerke (Direktor [[August Roßkothen]])'', [[1932]], Seite 193 f
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| − | * [http://www.wasserwerk.at/home/wasserwerke/salzburg/umfeld www.wasserwerk.at]
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| − | == Fußnoten ==
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| − | <references/>
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| | [[Kategorie:Stadt Salzburg]] | | [[Kategorie:Stadt Salzburg]] |