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Textersetzung - „Tauerntunnel“ durch „Tauern-Tunnel“
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Im Jahr 1997 wurde sie zur Universitätsprofessorin der Universität München ernannt. 1988 wurde sie auf den Lehrstuhl für Gerichtliche Medizin an der [[Universität Salzburg]] (seit 2004: Interfakultärer Fachbereich Gerichtsmedizin und Forensische Neuropsychiatrie) berufen.
 
Im Jahr 1997 wurde sie zur Universitätsprofessorin der Universität München ernannt. 1988 wurde sie auf den Lehrstuhl für Gerichtliche Medizin an der [[Universität Salzburg]] (seit 2004: Interfakultärer Fachbereich Gerichtsmedizin und Forensische Neuropsychiatrie) berufen.
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Sie hat die Entwicklung der österreichischen Gerichtsmedizin maßgeblich mitgestaltet. Unter ihrer Leitung wurde die Salzburger Gerichtsmedizin, als zweites österreichisches Institut, an die Österreichische Nationale DNA-Datenbank angeschlossen. Ihr Wissenschaftsschwerpunkt ist der gesamte Bereich der Kindesmisshandlung. Besondere Herausforderungen waren während ihrer Amtszeit die Identifizierungen der Opfer nach Katastrophen – so nach dem Brand im Tauerntunnel (Mai 1999), der Brandkatastrophe in Kaprun (November 2000), der Tsunami-Katastrophe in Südostasien (Jänner 2005) oder dem Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall (Jänner 2006) – sowie nach dem Kosovokrieg (Oktober 1999).
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Sie hat die Entwicklung der österreichischen Gerichtsmedizin maßgeblich mitgestaltet. Unter ihrer Leitung wurde die Salzburger Gerichtsmedizin, als zweites österreichisches Institut, an die Österreichische Nationale DNA-Datenbank angeschlossen. Ihr Wissenschaftsschwerpunkt ist der gesamte Bereich der Kindesmisshandlung. Besondere Herausforderungen waren während ihrer Amtszeit die Identifizierungen der Opfer nach Katastrophen – so nach dem Brand im Tauern-Tunnel (Mai 1999), der Brandkatastrophe in Kaprun (November 2000), der Tsunami-Katastrophe in Südostasien (Jänner 2005) oder dem Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall (Jänner 2006) – sowie nach dem Kosovokrieg (Oktober 1999).
    
Neben ihrer Tätigkeit am Fachbereich war sie zudem Angehörige des Akademischen Senats und Mitglied der Ethikkommission der Universität Salzburg, Lehrbeauftragte an der [[Paracelsus Medizinische Privatuniversität|Paracelsus Medizinischen Privatuniversität]] und Vizepräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Gerichtliche Medizin (ÖGGM).
 
Neben ihrer Tätigkeit am Fachbereich war sie zudem Angehörige des Akademischen Senats und Mitglied der Ethikkommission der Universität Salzburg, Lehrbeauftragte an der [[Paracelsus Medizinische Privatuniversität|Paracelsus Medizinischen Privatuniversität]] und Vizepräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Gerichtliche Medizin (ÖGGM).
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Damit verlässt ein Original den Seziersaal. Die Bayerin gilt weitum als Koryphäe. Hinter ihr liegt eine Karriere, die weniger Hartgesottene garantiert depressiv gemacht hätte. Jedenfalls stellt man sich eine Gerichtsmedizinerin, die nach Tausenden Leichenöffnungen und aufsehenerregenden Mordfällen und Katastrophen in den Ruhestand geht, eher als blassgraue und kauzige Eminenz vor. Tutsch-Bauer ist das krasse Gegenteil. Die Chefin empfängt einen als sympathisches Energiebündel. Den direkten Ton hat sie genauso in petto wie den herzlichen. Um den heißen Brei spricht sie nie. Bringt in ihrem Job wohl auch nichts.
 
Damit verlässt ein Original den Seziersaal. Die Bayerin gilt weitum als Koryphäe. Hinter ihr liegt eine Karriere, die weniger Hartgesottene garantiert depressiv gemacht hätte. Jedenfalls stellt man sich eine Gerichtsmedizinerin, die nach Tausenden Leichenöffnungen und aufsehenerregenden Mordfällen und Katastrophen in den Ruhestand geht, eher als blassgraue und kauzige Eminenz vor. Tutsch-Bauer ist das krasse Gegenteil. Die Chefin empfängt einen als sympathisches Energiebündel. Den direkten Ton hat sie genauso in petto wie den herzlichen. Um den heißen Brei spricht sie nie. Bringt in ihrem Job wohl auch nichts.
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Dabei hat die Frau Professor in ihrem Berufsleben die schrecklichsten Tragödien erlebt. Sie war bei der Exhumierung von Massengräbern im Kosovo im Einsatz, sie identifizierte Tote nach der [[Tauern-Tunnel-Brand 1999|Brandkatastrophe im Tauerntunnel 1999]]. Ein Jahr später folgte die [[Brandkatastrophe der Gletscherbahn Kaprun|Katastrophe mit 155 Toten]] in der Gletscherbahn Kaprun. „Lügen Sie uns nicht an“, das hätten viele Angehörige verlangt, erinnert sie sich. Tat sie nicht.
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Dabei hat die Frau Professor in ihrem Berufsleben die schrecklichsten Tragödien erlebt. Sie war bei der Exhumierung von Massengräbern im Kosovo im Einsatz, sie identifizierte Tote nach der [[Tauern-Tunnel-Brand 1999|Brandkatastrophe im Tauern-Tunnel 1999]]. Ein Jahr später folgte die [[Brandkatastrophe der Gletscherbahn Kaprun|Katastrophe mit 155 Toten]] in der Gletscherbahn Kaprun. „Lügen Sie uns nicht an“, das hätten viele Angehörige verlangt, erinnert sie sich. Tat sie nicht.
    
Tutsch-Bauer nimmt sich die Zeit, mit Hinterbliebenen zu telefonieren. „Mit uns kann man reden“, sagt die Gerichtsmedizinerin. Angehörige bräuchten Gewissheit auf Fragen, die sie beantworten  könne.
 
Tutsch-Bauer nimmt sich die Zeit, mit Hinterbliebenen zu telefonieren. „Mit uns kann man reden“, sagt die Gerichtsmedizinerin. Angehörige bräuchten Gewissheit auf Fragen, die sie beantworten  könne.