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==Leben und Karriere ==
 
==Leben und Karriere ==
[[1982]] promovierte er an der Medizinischen Universität Innsbruck. Im folgenden Jahr wurde er wissenschaftlicher Assistent von Rupert Riedl am Zoologischen Institut der Universität Wien. Zwischen 1985 und 1988 war Medicus im Kreiskrankenhaus Innsbruck tätig. Er war außerdem in der Psychiatrie und Neurologie in der Psychiatrischen Klinik von Hall in Tirol (1989–1993) beschäftigt. Nach Abschluss seiner Ausbildung wurde Medicus Psychiater in diesem Krankenhaus, wo er von 1994 bis 2015 arbeitete.
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1982 promovierte er an der Medizinischen Universität Innsbruck. Im folgenden Jahr wurde er Forschungsassistent bei Rupert Riedl am Zoologischen Institut der Universität Wien. Von 1985 und 1988 war Medicus am Landeskrankenhaus Innsbruck als Turnusarzt und von 1989 bis 1993 am Psychiatrischen Krankenhaus in Hall in Tirol als Ausbildungsassistent tätig. Nach Abschluss seiner Ausbildung hat Medicus von 1994 bis 2015 als Facharzt für Psychiatrie im Krankenhaus in Hall i.T. gearbeitet.  
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Seit 1988 ist er außerdem mit der Forschergruppe für Humanethologie des Max-Planck-Instituts für Verhaltensphysiologie in Andechs und Seewiesen bei München verbunden. Als freiberuflicher Mitarbeiter arbeitete er mit verschiedenen Forschungsprojekten auf den Trobriand-Inseln (Papua-Neuguinea), Eipo im Hochland von Irian Jaya (Indonesien), in den Maluku-Inseln (Indonesien), in Himbaland (Namibia) sowie in Vanuatu (Buru) und Burkina Faso. Seit 1990 hat Medicus außerdem zusammen mit Wulf Schiefenhövel und Margret Schleidt am Institut für Psychologie der Universität Innsbruck bei Schleidt bis 2010 in „Human Ethology“ Vorträge gehalten.<ref>[https://www.uibk.ac.at/psychologie/fachbereiche/pdd/personality_assessment/news/archiv/kolloquium_medicus.html.de www.uibk.ac.at]</ref>.
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Seit 1988 ist er mit der Forschergruppe für Humanethologie des Max-Planck-Instituts für Verhaltensphysiologie in Andechs und Seewiesen bei München verbunden. Als freiberuflicher Mitarbeiter arbeitete er an verschiedenen Forschungsprojekten auf den Trobriand-Inseln (Papua-Neuguinea), Eipo im Hochland von Irian Jaya (Indonesien), in den Maluku-Inseln (Indonesien), in Himbaland (Namibia) sowie in Vanuatu und Burkina Faso. Seit 1990 hat Medicus zusammen mit Wulf Schiefenhövel und Margret Schleidt am Institut für Psychologie der Universität Innsbruck den Lehrauftrag „Einführung in die Humanethologie“; Margret Schleidt beendete ihre Mitarbeit 2010[1].
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Gerhard Medicus leistete wissenschaftliche Beiträge, die in Lehrbücher und wissenschaftliche Enzyklopädien Eingang gefunden haben: z.B. zur Evolution des Verhaltens bei Wirbeltieren (im Speziellen leistete Medicus Beiträge zur Rekonstruktion der evolutionäre Wurzeln von: kognitiven Leistungen[2], der Moralfähigkeit, des Besitzverhaltens, der menschlichen Hierarchie, von Persönlichkeitsstörungen[3], von geschlechtsspezifischen Unterschieden, von Menschlichkeit und Moral[4]. Er konnte zeigen, dass die psychomotorische Entwicklung des Kindes nicht der biogenetischen Regel folgt[5]. Einige seiner Beiträge sind wissenschaftliche Grundlagen der medizinischen Psychologie und Psychotherapie, einige befassen sich mit der Theorie der Interdisziplinarität zwischen Natur- und Geisteswissenschaften[6] (bzw. „Leib- und Seelenwissenschaften“; Orientierungswissen bietet z.B. sein „Periodensystem der Humanwissenschaften,“ das die vier Grundfragen der ethologischen Forschung von Tinbergen einbezieht). Seine wichtigsten wissenschaftlichen Beiträge sind in seinem Buch „Was uns Mensch verbindet – Humanethologische Angebote zur Verständigung zwischen Leib- und Seelenwissenschaften“ zusammengefasst (Berlin, VWB-Verlag, erste Auflage 2012, vierte Auflage 2017) [7].  
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Medicus schrieb in seinem Buch:
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„Der interdisziplinäre Umfang eines Themas erschließt sich, wenn anhand des Rasters der Grundfragen [Verursachung, Lebensgeschichte, Anpassungswert, Stammesgeschichte] gefragt wird und gleichzeitig die Systemebenen [Molekül, Zelle, Organ, Individuum, Familie, Gruppe] berücksichtigt werden, auf die sich die Fragen beziehen.
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Gerhard Medicus leistete wissenschaftliche Beiträge, die von Lehrbüchern und wissenschaftlichen Enzyklopädien verwendet werden: z. B. Verhaltensentwicklung von Wirbeltieren (d. h. phylogenetische Wurzeln<ref>Irenäus Eibl-Eibesfeldt (1995, 3. Auflage, S 206): Die biologischen Verhaltensweisen - Grundriß der Humanethologie, München, Piper; Buch Die Tabelle aus Medicus 1987 (Towards a Etho-Psychology) wird neu veröffentlicht. Helmut Pechlaner schrieb zu dieser Tabelle in Medicus 'Buch im Vetmed-Magazin (2012, 2: S. 32): „Ein faszinierendes Buch, das die animalischen Aspekte unseres das eigene Spiegelbild auf wissenschaftlich strukturierte und solide Art und Weise und bringt dabei auf kurze Weise Züge heraus, die den Menschen in gewisser Weise von den Tieren unterscheiden, und gibt wichtige Einblicke in die zentrale Frage, wer und was wir Menschen wirklich sind. "</ref>, Possessiverhalten, Hierarchie, Persönlichkeitsstörung<ref> Medicus ist eingeladener Redner beim "3. Internationalen Symposium der Evolutionären Psychiatrie (EPSIG)" [https://www.rcpsych.ac.uk/docs/default- quelle / ereignisse / find-an-event / 3 rd-international-symposium-web-version.pdf? sfvrsn = c6afce12_4]</ref>, geschlechtsspezifische Unterschiede, Menschlichkeit und Moral<ref> Lexikon der Biologie (1999–2004, Heidelberg Spectrum Vlg.): Stichwort „Humanität“ (2001, Band 7, S. 264), Bewusstsein etc.). Er konnte zeigen, dass die psychomotorische Entwicklung nicht der biogenetischen Regel folgt [ref] Frans de Waal (2009): ''The Age of Empathy''. New York, Zufälliges Haus. Lexikon der Biologie (1999–2004), Stichwort "Biogenetische Grundregel" (1999, Bd. 2, S. 12f)</ref> (Rekapitulationstheorie). Einige seiner Beiträge sind wissenschaftliche Grundlagen der Psychotherapie, einige befassen sich mit der Erkenntnistheorie der Interdisziplinarität zwischen Humanwissenschaften und Geisteswissenschaften.<ref>Lexikon der Biologie (1999–2004): Stichwort „Ethologie“ (2000, Bd. 5, S. 210) und „interdisziplinär“ (2001, Bd. 7, S. 410), Heidelberg, Spektrum-Vlg; Medicus schrieb in seinem Buch: „Der interdisziplinäre Diskursumfang ergibt sich, wenn der Untersuchungsgegenstand für die zentralen Fragen durch die Berücksichtigung des relevanten Referenzniveaus informiert wird“, wie aus dem Periodensystem der Humanwissenschaften hervorgeht Fragen</ref> (z. B. Periodensystem der Humanwissenschaften, das die vier Fragen von Tinbergen erläutert). Seine wichtigsten wissenschaftlichen Beiträge sind in seinem Buch „Mensch sein - Überbrückung der Kluft zwischen den Wissenschaften von Körper und Geist“ (2015) <ref>Wulf Schiefenhövel im Vorwort der englischen Ausgabe (S. 12) zusammengefasst: Bis heute gibt es keine umfassende, vereinheitlichende Theorie der Psychologie. Die verschiedenen Subdisziplinen, von der Psychoanalyse bis zur Management- und Geschäftspsychologie, haben ihre eigenen theoretischen Grundlagen. Es scheint mir, dass das analytische Konzept von Gerhard Medicus den Grundstein für ein Gebäude legt, in dem sich alle Mitglieder der Familie der Psychologie zu Hause fühlen könnten. “</ref>.
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Wulf Schiefenhövel hat im Vorwort der englischen Ausgabe (S. 12) zusammengefasst: „To date, there is no comprehensive, unifying theory of psychology. The various subdisciplines, from psychoanalysis to the psychology of management and business, have their own theoretical underpinnings. It seems to me that Gerhard Medicus’ analytical concept lays the groundwork for a building in which all members of the family of psychology could feel at home.”
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“Bis heute gibt es keine umfassende, vereinheitlichende Theorie der Psychologie. Die verschiedenen Subdisziplinen, von der Psychoanalyse bis zur Management- und Geschäftspsychologie, haben ihre eigenen theoretischen Grundlagen. Es scheint mir, dass das analytische Konzept von Gerhard Medicus den Grundstein für ein Gebäude legt, in dem sich alle Mitglieder der Familie der Psychologie zu Hause fühlen könnten.
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==Mitarbeit in Fachpublikationen und Symposien==
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*    Irenäus Eibl-Eibesfeldt (1995, 3. Auflage, S 206): Grundriß der Humanethologie, München, Piper; Wiederabdruck einer Tabelle aus Medicus 1987 (Towards a Etho-Psychology). Helmut Pechlaner schrieb zu dieser Tabelle in Medicus’ Buch im Vetmed-Magazin (2012, 2: S. 32): „Ein faszinierendes Buch, das unsere tierlichen Spiegelbilder wissenschaftlich strukturiert und fundiert verständlich macht, damit die partielle Sonderstellung des Menschen prägnant herausarbeitet und so wichtige Erkenntnisse beisteuert zu der zentralen Frage, wer und was wir Menschen wirklich sind.
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*    Medicus ist geladener Vortragender beim "3. Internationalen Symposium der Evolutionären Psychiatrie (EPSIG)" quelle / ereignisse / find-an-event / 3 rd-international-symposium-web-version.pdf? sfvrsn = c6afce12_4  
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*    Lexikon der Biologie (1999–2004, Heidelberg Spectrum Vlg.): Stichwort „Humanität“ (2001, Band 7, S. 264)).  
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*    Lexikon der Biologie (1999–2004), Stichwort "Biogenetische Grundregel" (1999, Bd. 2, S. 12f)  
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*    Lexikon der Biologie (1999–2004): Stichwort „Ethologie“ (2000, Bd. 5, S. 210) und „interdisziplinär“ (2001, Bd. 7, S. 410), Heidelberg, Spektrum-Vlg;  
    
==Veröffentlichungen ==
 
==Veröffentlichungen ==
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