Salzburger Bauernaufstände und -kriege: Unterschied zwischen den Versionen

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Erzbischof [[Leonhard von Keutschach]] hatte die [[Festung Hohensalzburg]] zu einer uneinnehmbaren Zwingburg ausgebaut und dort, wo er sich vor der Bürgerschaft sicher fühlte, seinen Wohnsitz genommen. Als sich [[1525]] Bauern, Bürger und Bergknappen, beeinflusst von den reformatorischen Ideen Martin Luthers, gegen Erzbischof Kardinal [[Matthäus Lang]] erhoben, scheiterte dieser Aufstand vor den Mauern von Hohensalzburg. Die Bauern bezogen sich auf die Schrift "Die Freiheit des Christenmenschen" von Martin Luther, die sie jedoch falsch interpretierten.
Erzbischof [[Leonhard von Keutschach]] hatte die [[Festung Hohensalzburg]] zu einer uneinnehmbaren Zwingburg ausgebaut und dort, wo er sich vor der Bürgerschaft sicher fühlte, seinen Wohnsitz genommen. Als sich [[1525]] Bauern, Bürger und Bergknappen, beeinflusst von den reformatorischen Ideen Martin Luthers, gegen Erzbischof Kardinal [[Matthäus Lang]] erhoben, scheiterte dieser Aufstand vor den Mauern von Hohensalzburg. Die Bauern bezogen sich auf die Schrift "Die Freiheit des Christenmenschen" von Martin Luther, die sie jedoch falsch interpretierten.


Die [[Gewerke]]n (Bergbauunternehmer) von [[Badgastein|Gastein]] und [[Rauris]], die durch eine umfassende Waldordnung und andere restriktive Gesetze des Kardinals ihre wirtschaftliche Position gefährdet sahen, hatten sich an die Spitze der Bewegung gestellt.  Am [[25. Mai]] 1525 war es im Gasteinertal zu einem  Aufstand der Knappen und Gewerken gegen ihren Landesherrn, den Erzbischof Kardinal Lang gekommen. Die Hauptforderungen der Aufständischen galten der freien Predigt des Evangeliums, der freien Pfarrerwahl und der Abschaffung der Leibeigenschaft, jedoch die Beibehaltung des Respektes vor der von Gott eingesetzten Obrigkeit und auch die Beibehaltung des Zehents, jedoch keine Erhöhungen. Die Bauern forderten außerdem die Allmende wieder und ein freies Jagd- und Fischrecht.
Die [[Gewerke]]n (Bergbauunternehmer) von [[Badgastein|Gastein]] und [[Rauris]], die durch eine umfassende Waldordnung und andere restriktive Gesetze des Kardinals ihre wirtschaftliche Position gefährdet sahen, hatten sich an die Spitze der Bewegung gestellt.  Am [[25. Mai]] 1525 war es im Gasteinertal zu einem  Aufstand der Knappen und Gewerken gegen ihren Landesherrn, den Erzbischof Kardinal Lang gekommen. Die Hauptforderungen der Aufständischen galten der freien Predigt des Evangeliums, der freien Pfarrerwahl und der Abschaffung der Leibeigenschaft, jedoch die Beibehaltung des Respektes vor der von Gott eingesetzten Obrigkeit und auch die Beibehaltung des Zehents, jedoch keine Erhöhungen. Die Bauern forderten außerdem die Allmende wieder - Gemeinschaftsbesitz abseits der parzellierten, in Fluren aufgeteilten landwirtschaftlichen Nutzfläche-  und ein freies Jagd- und Fischrecht.


Nur die radikale Bürgerschaft der [[Stadt Salzburg]] forderte die Beseitigung der geistlichen Landesherrschaft. Ein zweiter Aufstand, den der Tiroler Bauernführer [[Michael Gaismair]] mit seinen Gefährten im Frühjahr 1526 organisierte und leitete, zerbrach an den Mauern von Radstadt ([[Belagerung von Radstadt]]) und wurde mit einem Blutgericht geahndet. Die evangelische Bewegung blieb jedoch in den Gebirgsgauen, wo keine wirksame Kontrolle möglich war, bis ins [[18. Jahrhundert]] als [[Geheimprotestantismus]] lebendig.
Nur die radikale Bürgerschaft der [[Stadt Salzburg]] forderte die Beseitigung der geistlichen Landesherrschaft. Ein zweiter Aufstand, den der Tiroler Bauernführer [[Michael Gaismair]] mit seinen Gefährten im Frühjahr 1526 organisierte und leitete, zerbrach an den Mauern von Radstadt ([[Belagerung von Radstadt]]) und wurde mit einem Blutgericht geahndet. Die evangelische Bewegung blieb jedoch in den Gebirgsgauen, wo keine wirksame Kontrolle möglich war, bis ins [[18. Jahrhundert]] als [[Geheimprotestantismus]] lebendig.