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Dr. Martin Folie war dann Sekundararzt am öffentlichen Krankenhaus zu München und wurde im Dezember 1815 - im Zuge der bayerischen Organisation des Medizinalwesens - als Gerichtsarzt zum Landgericht St. Johann und Gastein berufen.<ref>Kaiserl. Königl. privilegirte Salzburger Zeitung 1815, 1017; Königlich-Baierisches Regierungsblatt 1815, 1032.</ref> Nach dem Wechsel Salzburgs zu Österreich und der neuerlichen Organisation des Gesundheitswesens diesmal nach der österreichischen Norm 1818/19 wurde Dr. Folie quiesziert (in Ruhestand versetzt). Im Ausweis der Sanitäts-Personen von 1819 wird er als quieszierter Landphysikus in Salzburg geführt mit einem Quieszentengehalt von 500[[Gulden|fl]].<ref>SLA KR Akten B IX.9. Fasz 0212.</ref>
 
Dr. Martin Folie war dann Sekundararzt am öffentlichen Krankenhaus zu München und wurde im Dezember 1815 - im Zuge der bayerischen Organisation des Medizinalwesens - als Gerichtsarzt zum Landgericht St. Johann und Gastein berufen.<ref>Kaiserl. Königl. privilegirte Salzburger Zeitung 1815, 1017; Königlich-Baierisches Regierungsblatt 1815, 1032.</ref> Nach dem Wechsel Salzburgs zu Österreich und der neuerlichen Organisation des Gesundheitswesens diesmal nach der österreichischen Norm 1818/19 wurde Dr. Folie quiesziert (in Ruhestand versetzt). Im Ausweis der Sanitäts-Personen von 1819 wird er als quieszierter Landphysikus in Salzburg geführt mit einem Quieszentengehalt von 500[[Gulden|fl]].<ref>SLA KR Akten B IX.9. Fasz 0212.</ref>
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1820 bewirbt er sich auf die Bezirksarztenstelle in Melk in Niederösterreich.<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 150.</ref> 1826 wird ihm von der k. k. vereinten Hofkanzlei die erledigte Districts - Arztesstelle zu Sillian in Tirol  verliehen.<ref>Medicinische Jahrbücher des kaiserlich - königlichen österreichischen Staates, Wien 1826, 200.</ref> Am 14. November 1826 heiratet Martin Folie, Doktor der Medizin Doktor zu Hohenems, Wittwer, Elisabeth Lindner.<ref>Bregenzer Wochenblatt, 15. Dezember 1826, 6.</ref> 40 Jahre bis zu seinem Tod ist er Bezirks- bzw. Gemeindearzt in Hohenems.
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1820 bewirbt er sich auf die Bezirksarztenstelle in Melk in Niederösterreich.<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 150.</ref> 1826 wird ihm von der k. k. vereinten Hofkanzlei die erledigte Districts - Arztesstelle zu Sillian in Tirol  verliehen.<ref>Medicinische Jahrbücher des kaiserlich - königlichen österreichischen Staates, Wien 1826, 200.</ref> Am 14. November 1826 heiratet Martin Folie, Doktor der Medizin Doktor zu Hohenems, Wittwer, Elisabeth Lindner.<ref>Bregenzer Wochenblatt, 15. Dezember 1826, 6.</ref> 40 Jahre bis zu seinem Tod war er Bezirks- bzw. Gemeindearzt in Hohenems.
    
Interessant ist, dass Dr. Folie von der jüdischen Gemeinde mit einem Wartegeld (Gehalt) von fl. 200 angestellt wurde. Sein Vorgänger in dieser Funktion hatte auch noch das Privileg der freien „Sommerung eines Pferdes und einer Kuh auf den Gemeindealpen".<ref>Aron Tänzer, Die Geschichte der Juden in Hohenems und im übrigen Vorarlberg, Meran 1805, 325.</ref> Er arbeitete also auch für die jüdische Gemeinde und so ist auch der Hinweis auf "beide Confessionen" in seinem Nachruf zu verstehen:
 
Interessant ist, dass Dr. Folie von der jüdischen Gemeinde mit einem Wartegeld (Gehalt) von fl. 200 angestellt wurde. Sein Vorgänger in dieser Funktion hatte auch noch das Privileg der freien „Sommerung eines Pferdes und einer Kuh auf den Gemeindealpen".<ref>Aron Tänzer, Die Geschichte der Juden in Hohenems und im übrigen Vorarlberg, Meran 1805, 325.</ref> Er arbeitete also auch für die jüdische Gemeinde und so ist auch der Hinweis auf "beide Confessionen" in seinem Nachruf zu verstehen:

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